Die Apokalypse der Neandertaler - Universum History
Am 28.07.2017 lief auf ORF2 in Universum History die Episode "Die Apokalypse der Neandertaler" genannt.
Die Folge beginnt damit, daß die Neandertaler 300.000 Jahre lang Europa beherrschten und danach verschwanden. Es stellt sich die Frage, ob der Neandertaler dem Homo sapiens im Kampf unterlegen war oder ob eine Naturkatastrophe für das Aussterben verantwortlich ist?
Archäologen fanden Knochen & Werkzeuge von Neandertalern in den Höhlen Gibraltars, aber auch andere Spurenreste wie z.B. ein 47.000 Jahre altes Lagerfeuer.
Die Erstbeschreibung des Neandertalers war 1856. Die Funde beweisen, daß er kein primitiver Affenmensch ist, für den er damals gehalten wurde.
Ein weiterer Fund sind Schnittmarken in Knochen eines großen aasfressenden Vogels, besonders in den Geflügelknochen. Dieser Vogel hatte große, dunkle Federn, die von Neandertalern getragen wurden. Andere Funde lassen darauf schließen, daß Neandertaler sich mit Schmuck & Farbe verzierten.
Es gab nämlich keinen Grund Raubvögel zu konsumieren. Warum sie also von ihren Federn befreien? Wegen der Schwungfedern wie z.B. von Geiern, Adlern, oder Falken. Dies ist aus mehreren Fundstellen belegt.
In einer neu freigelegten Kammer in den Höhlen Gibraltars fand man mögliche Höhlenkunst die von Neandertalern stammen könnte: geometrische Linien, die in den Fels geschlagen worden sind und 39.000 Jahre alt sind.
Man weiß nun, daß der Neandertaler dem Homo sapiens im Verhalten ähnlicher war als bisher gedacht. Er könnte sich dieses Verhalten vom Homo sapiens abgeschaut haben. Bei einer Fundstelle kann dies aber nicht der Fall sein: die Krapina-Höhle in Kroatien, die 130.000 Jahre alt ist. Damals gab es den Homo sapiens noch nicht in Europa.
Auf der Suche nach besseren Jagdgebiete, wanderte der Homo heidelbergensis, nach Asien und nach Europa. Vor ca. 400.000 Jahren kam er in Europa an. 1907 wurde der Homo heidelbergensis erstbeschrieben.
Durch die Verschiebung der Erdachse verschob sich der Nordpol: Nordamerika & Nordeuropa waren von Eis bedeckt. Die Temperaturen fielen bis zu 20 Grad.
Deshalb entstand vor 400.000 Jahren der Homo neanderthalensis. Die Hautfarbe war heller, um die spärliche Sonne des Nordens besser aufzufangen. Die Muskulatur war am besten geeignet für felsiges Gelände. Die Neandertaler lebten in eingeschworenen Clans in denen sie sich beschützen und füreinander sorgten. Die Anzahl wuchs bis in die Zehntausende, die Verbreitung war in Europa, in den Nahen Osten, ging bis nach nach Zentralasien, sogarbis nach Sibirien. Das Überlebenhing von der Jagd ab, wegen der spärlichen Vegetation. Daher auch die weite Wanderung in Eurasien: für die Jagd.
Neandertaler hatten einen tödlichen Speer, der direkt in Beute gestoßen wurde. Das beinhaltete ein Risiko bei der Jagd für die Männer. Einer der Forscher meinte sogar: "Mit Speer auf einen Bison draufspringen. Das nenne ich furchtlos."
Neandertaler mußten jeden Teil der erlegten Tiere verwenden. Im Lager wurden die Beute mit Feuerstein-Werkzeugen zerlegt. Zum besseren verdauen wurde Fleisch über offenem Feuer gekocht. Mit schaben und dehen des Felles wurde das Leder weich für wärmende Kleidung.
Die eintreffenden Homo sapiens waren Jäger und beanspruchten die Neandertaler-Jagdreviere.
Die Forscher sind überzeugt: immer wenn Völker aufeinandertreffen gibt es Krieg. Daher glauben sie, daß es damals genauso war.
Je mehr sich der Homo sapiens ausbreitete, verschwand der Neandertaler zusehends, bis auf einen kleinen Rest in Gibraltar.
Die Forscher sind sich sicher außerdem den ältesten bekannten Mord in der Geschichte entdeckt zu haben: ein ca. 50.000 Jahre alter Rippenknochen eines Neandertalers, mit scharfer Kante im Knochen. Der mögliche Mörder kann entweder ein anderer Neandertaler oder ein Homo sapiens sein. Die Wunde wurde durch eine kleine Spitze verursacht und die Waffe ist in einem 45° Winkel eingedrungen. Alles deutet auf einen Wurfspeer eines Homo sapiens hin. Dieser Fund zeigt, daß es durchaus Konflikte zwischen den Arten gab.
Zwar war der Neandertaler in diesem Kampf unterlegen, die Kämpfe waren aber wohl nicht immer so einseitig. Der Körperbau zeigt, daß er enorme Muskelmasse hatte und bei einem direkten Angriff überlegen war. Der Neandertaler war zwar rund 12 cm kleiner als der Homo sapiens, aufgrund der hohen Muskelmasse hatte er aber das gleiche Gewicht. Der Brustmuskel bei war Neandertaler doppelt so groß. Die Forscher vermuten, daß der Neandertaler 90% stärker war als der Homo sapiens. Zudem kannten sich die Neandertaler in ihren Gebieten gut aus. Haben sie öfter gesiegt als gedacht?
Wer konnte im kalten Klima besser überleben? War der kleine stämmige Neandertaler oder der große schlanke Homo sapiens besser gewappnet? Oder war die Entwicklung des Gehirns wichtiger?
Das Volumen der Augenhöhlen war bei Neandertaler viel größer, das Sehareal im Gehirn war auch größer. Die Interpretation ist, daß dies eine Anpassung an die schlechteren Lichtverhältnisse war.
Die Neandertaler hatten robuste Stoßspeere, der Homo sapiens hatte einen leichten Wurfspeer, mit dem er aus der Distanz töten konnte. Forscher machten daher einen Ballistiktest. Zunächst wurde der Wurfspeer getestet.
Der Wurfspeer hat einen schlankeren Schaft, für weniger Reibung beim Flug. Nahes heran pirschen war dennoch nötig, da Distanz des Wurfes auf 3 m geschätzt wird. Beim Test drint der Wurfspeer nur gering in Gelatine ein. Die Gelatine wird von einer Schockwelle durchdrungen, der Speer dringt aber kaum tiefer als die Speerspitze ein.
Der Stoßspeer des Neandertalers dringt bei gleicher Kraft viel tiefer ein. Der Stoßspeer war tödlicher, allein durch die Wucht. Der Stoßspeer übertrifft die Homo sapiens-Waffe bei weitem.
Der robuste Körperbau und eine effektive Waffe halfen dem Neandertaler die Eiszeit zu meistern. 300.000 Jahre lang beherrschten sie Europa. Daß der Homo sapiens den Neandertaler ausgerottet habe, weil er effektiver bei der Jagd gewesen sein soll, gilt heute als unwahrscheinlich.
Europäer haben unterschiedliche Varianten des Genoms in sich. Die 2% in einem Menschen können bei jemand anderen, völlig andere sein. Bis zu 30% des Neandertaler-Genoms sind im heutigen Menschen zu finden.Viele Menschen tragen ein Neandertaler-Gen, daß die Farbe der Haut bestimmt (BFC2). Die helle Haut, und die hellen Augenfarbe stammen vom Neandertaler. Auch glattes Haar könnte vom Neandertaler stammen.
Die Forscher vermuten, daß beim Vordringen in neue Gebiete, der Homo sapiens Gene übernommen hat, die an diese Gebiete bereits angepasst waren. Dies bewirkte ein schnelleres Anpassen an die neue Umgebung.
Was der Homo sapiens vom Nenadertaler übernommen hat: kälteresistenter, Neigung zu Diabetes II, Depressionen, Nikotinsucht. Dort wo sie sich begegneten, tauschten sie sich aus.
Vor 40.000 Jahren war der Homo sapiens in Afrika, Europa, Asien & Australien mit Hunderttausenden. Der Neandertaler war nur in Europa und Asien vertreten, mit nicht einmal 100.000 an der Zahl.
Plötzlicher Kälteeinbruch und der Klimawechsel waren negativ für den Neandertaler. Es bewirkte das Aussterben seiner Jagdbeute, der Megafauna. Viele sind wohl verhundert. Überlebende ziehen hunderte Kilometer weiter auf der Suche nach besseren Bedingungen. Die Population schrumpfte aufgrund der raschen Klimawechsel auf rund 20.000 Individuen, so neue Schätzungen.
Es stellt sich auch die Frage, ob die genetische Variation so klein war, daß es vielleicht zur Inzucht kam, was zum Verschwinden beigetragen hat? Ein Aspekt ist die geringe Bevölkerungsdichte.
Die Gruppen waren sehr klein und weit verteilt. Sie waren damit anfälliger für Ereignisse, wie z.B. ein Vulkanausbruch oder ein Tsunami an der Küste.
Kam das Ende der Neandertaler durch einen Vulkanausbruch?
In der Nähe Neapels wird nach einer urzeitlichen Eruption gesucht und ob sie in Verbindung mit dem Verschwinden des Neandertalers steht? Die Asche ist 39.000 Jahre alt. Das ist der Zeitpunkt, wo sich Spur der Neandertaler verliert. Die Asche hat sich über das gesamten östlichen Mittelmeergebiet verteilt, auch weit von den phlegräischen Feldern entfernt. Die Asche wurde sogar bishin nach Urluia in Rumänien (1200km von phlegräischen Feldern entfernt) gefunden. Die Dicke der Ascheschicht weist auf einen gigantischen Vulkanausbruch hin: die Höhe der Asche bis zu 1,10 m hoch. Das zeigt, daß es sich damit um den größten Vulkanausbruch in den letzen 200.000 Jahren handelt.
Weitere Vulkanausbruchspuren finden sich im südlichen Mittelmeerraum und sogar Russland bis nach Lybien. Mit Rasterelektronenmikroskop untersuchten Forscher die Profile der Aschefunde. Alle Ascheproben haben genau die gleiche Zusammensetzung, das gleiche chemische Profil.
Der Ausbruch erstreckte sich über 3 Kontinente und über weite Strecken der Neandertaler. Die Dauer der Eruption wird auf 2-4 Tage geschätzt. Mehrere Erdbeben in der Umgebung waren erste Vorzeichen, bevor der Vulkan ausbrach. Alles in einem Radius von 60 km wurde vernichtet. Alles unter dem pyroklarischen Strom wurde von meterdicke Asche begraben.
Große Teile von Süd- & Osteuropa waren von Asche bedeckt. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich die Asche in den Nahen Osten aus. Der Homo sapiens war auf der ganzen Welt verteilt, Neandertaler aber nur in Europa und Zentralasien. 4 Millionen Quadratkilometer waren mit Asche bedeckt. Die Aschewolke verdunkelte die Sonne für mehrere Wochen, was einen Temperatursturz bewirkte: einen sogenannten vulkanischen Winter.
Ein halber Zentimeter Asche konnte die gesamte Vegetation vernichten. In der Todeszone waren der Homo sapiens und der Neandertaler schutzlos ausgeliefert. Die Asche bedeckte Sonnenlicht und Sauerstoff. Giftiges Fluorid ließ die die Pflanzen absterben und verseuchte das Trinkwasser. Neandertaler verhungerten oder hatten Anzeichen einer schweren Fluorid-Vergiftung: chronische Müdigkeit, Übelkeit & innere Blutungen, die zum Tode führten. In Südosteuropa dauerte es 1. Jahrhundert, bis sich Ökosystem wieder erholt hatte.
Einige wenige Neandertaler hatten in den entlegenen Regionen überlebt. Die letzte Heimat war der Fels von Gibraltar. Hier hatten hier noch weitere 15.000 Jahre überlebt.
Der Neandertaler lebte länger auf der Erde als der Homo sapiens bis jetzt. Die Vermischung mit dem Neandertaler ermöglichte unser Überleben.
Auch der Ort, an dem sie interviewt wurde war interessant. Im Hintergrund sind Rekonstruktionen von Neandertalern zu sehen.Es handelt sich hierbei um einen Ausstellungsraum im Naturhistorischen Museum in Wien, den ich selbst am 28.05.2017 mit einer Freundin besucht. Im selben Raum gibt es eine Gerätschaft, mit dem man als "Forscher" Größe, Geschlecht, Alter, Zeitraum wann das Individuum gelebt hatte, Todesursache, usw. herausfinden. Der Raum wurde halb verschlossen, sodaß man nur die rekonstruierten Neandertaler sehen konnte. Und dort, wo die Kamera aufgestellt war, handelt es sich ebenfalls um einen Austellungsraum.
Ich mochte die Sendung sehr, da sie, wie vorhin schon erwähnt, besser die Forschung darstellte, als so manch andere Beiträge mit diesem Thema. Einige Dinge sind mir allerdings auch in diesem Beitrag aufgefallen.
Als die Stelle kam, daß die Forscher in einer der Höhlen Gibraltars "Lagerfeuerspuren" gefunden wurden, stellte man dies als offenes Feuer in der Höhle dar. Dies wird auch oft in Serien oder Filmen gemacht: offenes Feuer in der Höhle. Wenn es jedoch keine Abzugsmöglichkeit gibt, sammelt sich der Rauch des Feuers in der Höhle, was es ziemlich unwahrscheinlich macht, daß es offenes Feuer in der Höhle gab.
Homo heidelbergensis werden als erste Menschen bezeichnet, die mit Holzspeeren auf die Jagd gingen und das Feuer nutzten. Dabei heißt es immer, daß der Homo erectus als erste Menschenart das Feuer genutzt habe. Der Homo heidelbergensis ist eine Art als zwischen dem Homo erectus und dem Homo neanderthalensis.
Als beschrieben wird, daß der mögliche Mörder eines Neandertalers entweder ein anderer Neandertaler oder ein Homo sapiens gewesen sein konnte, stellt sich dem Zuschauer eine andere Frage: Wer oder was denn sonst? Es gab nur diese beiden Arten in Europa. Andere Menschenarten lebten viel weiter östlich, im asiatischen Raum. Es gab also keine große Auswahlmöglichkeit, wer den Neandertaler tödlich verletzt haben könnte. Die Frage war falsch gestellt. Es hätte heißen sollen: "Welche der beiden Arten war der Mörder des Neandertaler-Individuums?"
Der Wurfspeer des Homo sapiens war eine Distanzwaffe. Der Neandertaler war körperlich im direkten Kampf überlegen. Deswegen stellten die Forscher die Frage, ob die Neandertaler nicht doch öfter gewonnen haben, als gedacht. Könnte stimmen, wenn sie die moderenen Menschen in direkte Kämpfe verwickeln konnten. Da sie leichter gebaut sind, haben die modernen Menschen auch Waffen gehabt, die sie nicht für direkte Angriffe, auch bei der Jagd, gebrauchen konnten. Also kämpfte der Homo sapiens natürlich mit einer leichten Wurfwaffe, wenn der Neandertaler auch körperlich überlegen war.
Bei der Stelle mit dem Neandertaler-Genoms, daß viele Menschen heute in sich tragen, waren etwas widersprüchlich. Der weibliche Sprecher der Dokumentation sagt, es gibt keine Spuren des Neandertaler-Genoms bei den Menschen in Afrika. Gleich nach diesem Satz sagt einer Forscher dieses Projekts: "In Afrika findet man praktisch keine Neandertaler-Gene."
Praktisch bedeutet so etwas wie kaum, daß sich nur geringfügig Spuren des Genoms bei Menschen in Afrika finden. Also entweder es gibt keine Spuren oder es gibt welche, wenn auch nur in geringer Menge.
Die Stelle mit dem Supervulkan aus dem Yellowstone-Nationalpark war ein düsteres.
Erst einmal die Aussag, daß der Vulkan alle 600.000 - 800.000 Jahre ausbricht, das letzte Mal vor 640.000 Jahren ausgebrochen sei und damit längst überfällig sei. Wenn es aber bis zu 800.000 Jahre dauern kann, daß er ausbricht, kann er nicht als längst "überfällig bezeichnet" werden. Es kann noch 160.000 Jahre dauern, bis der Vulkan ausbricht.
Die zweite Aussage ist, daß der Ausbruch dieses einen Supervulkans die ganze Welt mit Asche umhüllen könne ist doch ein sehr düsteres und apokalyptisches. Nicht einmal der Superlvulkan bei Neapel hatte dies geschafft. Warum also der größte Vulkan in Yellowstone dies schaffen sollte, nur allein durch die Winde, geht doch ein bißchen sehr weit. Die Zerstörungskraft kann sicherlich groß sein, aber die Asche um die ganze Welt verteilend ist übertrieben.
Vor allem, wie der moderne Mensch so eine Apokalypse überleben kann. Der Homo sapiens soll den Neandertaler überlebt haben, weil der moderne Mensch zum Zeitpunkt der Katastrophe auf der ganzen Welt verbreitet war, während der Neandertaler nur in Europa & Zentralsien ansässig war. In der Todeszone, wo also die Asche verbreitet war haben Homo sapiens und Homo neanderthalensis nicht überleben können. Wenn nun also dieser Supervulkan seine ganze Asche über die Welt verbreiten soll, wie kann der Mensch den vulkanischen Winter dadurch überleben, daß er auf der ganzen Welt verbreitet ist, wenn die Überlebenschancen in der "Todeszone" doch gleich null sind? Von den Tieren, die durch das Absterben der Vegetation ebenfalls verenden, wurden da nicht einmal angesprochen.
Bei der Erwähnung des Supervulkans mußte ich auch unweigerlich an die Serie Die Dinos denken. In der letzten Folge werden (mehrere) Vulkane zur Expoliosion gebracht, um Wolken für Regen zu bekommen, da die Pflanzenwelt durch Gift abgestorben war, un d der Regen die Vegetation wieder zum Wachsen bringen lassen sollte. Da diese Vulkane auf der ganzen Welt "gezündet" worden sind, verdunkeln die Aschewolken den Himmel und bewirken einen vulkanischen Winter über ganz Pangäa. In der Serie war dies der Grund für das Aussterben der Dinosaurier. Hier lebten auch Menschen neben den Dinos. Es sollte gesellschaftskritisch sein, daß nicht auf die Natur geachtet wurde, was das Aussterben der Arten bewirkt hat. Worauf ich hinaus will ist aber, daß mehrere Vulkane nötig waren, um den vulkanischen Winter auf der Erde ausgelöst haben. Ein einziger Vulkan, auch wenn er der größte seiner Art ist, schafft dies nicht. Hier hat die Dokumentation einfach übertrieben. Auch wenn sie sonst, wie schon mehrfach erwähnt, recht interessant war.
Die Folge beginnt damit, daß die Neandertaler 300.000 Jahre lang Europa beherrschten und danach verschwanden. Es stellt sich die Frage, ob der Neandertaler dem Homo sapiens im Kampf unterlegen war oder ob eine Naturkatastrophe für das Aussterben verantwortlich ist?
Gibraltar
Die Küste von Gibraltar ist mit vielen Höhlen durchzogen. Vor 24.000 Jahren war dieses Gebiet eine Steppe. Das wärmere Klima in Gibraltar war bei zunehmender Eiszeit die letzte Zuflucht. Hier konnten sie noch im Wald jagen und am Ufer Fische fangen. Der Neandertaler war einst in Eurasien verteilt.Archäologen fanden Knochen & Werkzeuge von Neandertalern in den Höhlen Gibraltars, aber auch andere Spurenreste wie z.B. ein 47.000 Jahre altes Lagerfeuer.
Die Erstbeschreibung des Neandertalers war 1856. Die Funde beweisen, daß er kein primitiver Affenmensch ist, für den er damals gehalten wurde.
Ein weiterer Fund sind Schnittmarken in Knochen eines großen aasfressenden Vogels, besonders in den Geflügelknochen. Dieser Vogel hatte große, dunkle Federn, die von Neandertalern getragen wurden. Andere Funde lassen darauf schließen, daß Neandertaler sich mit Schmuck & Farbe verzierten.
Es gab nämlich keinen Grund Raubvögel zu konsumieren. Warum sie also von ihren Federn befreien? Wegen der Schwungfedern wie z.B. von Geiern, Adlern, oder Falken. Dies ist aus mehreren Fundstellen belegt.
In einer neu freigelegten Kammer in den Höhlen Gibraltars fand man mögliche Höhlenkunst die von Neandertalern stammen könnte: geometrische Linien, die in den Fels geschlagen worden sind und 39.000 Jahre alt sind.
Man weiß nun, daß der Neandertaler dem Homo sapiens im Verhalten ähnlicher war als bisher gedacht. Er könnte sich dieses Verhalten vom Homo sapiens abgeschaut haben. Bei einer Fundstelle kann dies aber nicht der Fall sein: die Krapina-Höhle in Kroatien, die 130.000 Jahre alt ist. Damals gab es den Homo sapiens noch nicht in Europa.
Entstehung des Homo neanderthalensis
Vor 600.000 Jahren in Afrika entstand der Homo heidelbergensis. Dies waren die ersten Menschen, die mit Holzspeeren auf die Jagd gingen und das Feuer nutzten. Sie waren direkte Vorfahren von Neandertaler & Homo sapiens. Sie waren menschenähnlicher, hatten größere Gehirne, aber noch nicht die Spezialisierungen von Neandertaler oder von Homo sapiens.Auf der Suche nach besseren Jagdgebiete, wanderte der Homo heidelbergensis, nach Asien und nach Europa. Vor ca. 400.000 Jahren kam er in Europa an. 1907 wurde der Homo heidelbergensis erstbeschrieben.
Durch die Verschiebung der Erdachse verschob sich der Nordpol: Nordamerika & Nordeuropa waren von Eis bedeckt. Die Temperaturen fielen bis zu 20 Grad.
Deshalb entstand vor 400.000 Jahren der Homo neanderthalensis. Die Hautfarbe war heller, um die spärliche Sonne des Nordens besser aufzufangen. Die Muskulatur war am besten geeignet für felsiges Gelände. Die Neandertaler lebten in eingeschworenen Clans in denen sie sich beschützen und füreinander sorgten. Die Anzahl wuchs bis in die Zehntausende, die Verbreitung war in Europa, in den Nahen Osten, ging bis nach nach Zentralasien, sogarbis nach Sibirien. Das Überlebenhing von der Jagd ab, wegen der spärlichen Vegetation. Daher auch die weite Wanderung in Eurasien: für die Jagd.
Neandertaler hatten einen tödlichen Speer, der direkt in Beute gestoßen wurde. Das beinhaltete ein Risiko bei der Jagd für die Männer. Einer der Forscher meinte sogar: "Mit Speer auf einen Bison draufspringen. Das nenne ich furchtlos."
Neandertaler mußten jeden Teil der erlegten Tiere verwenden. Im Lager wurden die Beute mit Feuerstein-Werkzeugen zerlegt. Zum besseren verdauen wurde Fleisch über offenem Feuer gekocht. Mit schaben und dehen des Felles wurde das Leder weich für wärmende Kleidung.
Eintreffen einer neuen Art
Bis eine neue Spezies die Neandertaler-Vorherrschaft bedrohte: der Homo sapiens betrat Neandertaler-Territorium. Sein erstes Auftreten war vor 200.000 Jahren in den Savannen Afrikas. Vor 80.000 Jahren begannen sie nach Norden zu ziehen, gelangten in den Nahen Osten und nach Asien. Einige stießen nach Europa vor. Sie trugen hölzerne Wurfspeere um Tiere aus der Distanz zu töten. Auch die Erscheinung war ebenfalls anders. In Afrika liegen Wasserstellen weit auseinander. Der Homo sapiens entickelte die Fähigkeit lange Strecken schnell zurück zu legen: Als Ausdauer-Läufer brauchte er leichte Ausrüstung, die er mittragen konnte.Die eintreffenden Homo sapiens waren Jäger und beanspruchten die Neandertaler-Jagdreviere.
Die Forscher sind überzeugt: immer wenn Völker aufeinandertreffen gibt es Krieg. Daher glauben sie, daß es damals genauso war.
Je mehr sich der Homo sapiens ausbreitete, verschwand der Neandertaler zusehends, bis auf einen kleinen Rest in Gibraltar.
Die Forscher sind sich sicher außerdem den ältesten bekannten Mord in der Geschichte entdeckt zu haben: ein ca. 50.000 Jahre alter Rippenknochen eines Neandertalers, mit scharfer Kante im Knochen. Der mögliche Mörder kann entweder ein anderer Neandertaler oder ein Homo sapiens sein. Die Wunde wurde durch eine kleine Spitze verursacht und die Waffe ist in einem 45° Winkel eingedrungen. Alles deutet auf einen Wurfspeer eines Homo sapiens hin. Dieser Fund zeigt, daß es durchaus Konflikte zwischen den Arten gab.
Zwar war der Neandertaler in diesem Kampf unterlegen, die Kämpfe waren aber wohl nicht immer so einseitig. Der Körperbau zeigt, daß er enorme Muskelmasse hatte und bei einem direkten Angriff überlegen war. Der Neandertaler war zwar rund 12 cm kleiner als der Homo sapiens, aufgrund der hohen Muskelmasse hatte er aber das gleiche Gewicht. Der Brustmuskel bei war Neandertaler doppelt so groß. Die Forscher vermuten, daß der Neandertaler 90% stärker war als der Homo sapiens. Zudem kannten sich die Neandertaler in ihren Gebieten gut aus. Haben sie öfter gesiegt als gedacht?
Wer konnte im kalten Klima besser überleben? War der kleine stämmige Neandertaler oder der große schlanke Homo sapiens besser gewappnet? Oder war die Entwicklung des Gehirns wichtiger?
Homo neanderthalensis und Homo sapiens - ein direkter Vergleich
Mit einem 3D-Scanner bildeten Forscher das Gehirn des Neandertalers ab. Die Abdrücke im Gehirn lassen Größe des Frontallappens (für wichtige kognitive Prozesse) berechnen. Sie sehen aus wie bei Homo sapiens. Neben dem Frontallappen liegt der Präfrontale Cortex, welcher zuständig für kritisches Denken, Problemlösung und Kreativität ist. Die Gehirnareale für Sprache und abstraktes Denken haben die gleiche Größe und Proportion wie bei Homo sapiens. Zudem hatten Neandertaler hatten eine ausgeprägte Wölbung im hinteren Bereich, wo sich Okzipitallappen (für visuelle Informationen) befindet.Damit hatten sie eine schnelle und präzise Auffassungsgabe, was bei der Jagd behilflich war.Das Volumen der Augenhöhlen war bei Neandertaler viel größer, das Sehareal im Gehirn war auch größer. Die Interpretation ist, daß dies eine Anpassung an die schlechteren Lichtverhältnisse war.
Die Neandertaler hatten robuste Stoßspeere, der Homo sapiens hatte einen leichten Wurfspeer, mit dem er aus der Distanz töten konnte. Forscher machten daher einen Ballistiktest. Zunächst wurde der Wurfspeer getestet.
Der Wurfspeer hat einen schlankeren Schaft, für weniger Reibung beim Flug. Nahes heran pirschen war dennoch nötig, da Distanz des Wurfes auf 3 m geschätzt wird. Beim Test drint der Wurfspeer nur gering in Gelatine ein. Die Gelatine wird von einer Schockwelle durchdrungen, der Speer dringt aber kaum tiefer als die Speerspitze ein.
Der Stoßspeer des Neandertalers dringt bei gleicher Kraft viel tiefer ein. Der Stoßspeer war tödlicher, allein durch die Wucht. Der Stoßspeer übertrifft die Homo sapiens-Waffe bei weitem.
Der robuste Körperbau und eine effektive Waffe halfen dem Neandertaler die Eiszeit zu meistern. 300.000 Jahre lang beherrschten sie Europa. Daß der Homo sapiens den Neandertaler ausgerottet habe, weil er effektiver bei der Jagd gewesen sein soll, gilt heute als unwahrscheinlich.
Neandertaler-DNS
Forscher fanden Spuren von Neandertalern in der menschlichen DNS. Sie machten einen Vergleich des Neandertaler-Genoms mit Menschen auf der ganzen Welt. Resultat: rund 2% des Erbguts ist mit jenem der Neandertaler gemein. Die gemeinsamen Sequenzen erhielten wir durch durch Vermischung und nicht durch einen gemeinsamen Vorfahren. Der Beweis dafür ist, daß die Neandertaler-Genenur dort finden, wo Homo sapiens und Neandertaler sich gekreuzt haben können. Es gibt keine Spuren des Neandertaler-Genoms in Afrika. Jedoch sagte einer der Forscher, gleich nachdem der Sprecher sagte, in Afrika gibt es keine Spuren von Neandertaler-Genen: "In Afrika findet man praktisch keine Neandertaler-Gene."Europäer haben unterschiedliche Varianten des Genoms in sich. Die 2% in einem Menschen können bei jemand anderen, völlig andere sein. Bis zu 30% des Neandertaler-Genoms sind im heutigen Menschen zu finden.Viele Menschen tragen ein Neandertaler-Gen, daß die Farbe der Haut bestimmt (BFC2). Die helle Haut, und die hellen Augenfarbe stammen vom Neandertaler. Auch glattes Haar könnte vom Neandertaler stammen.
Die Forscher vermuten, daß beim Vordringen in neue Gebiete, der Homo sapiens Gene übernommen hat, die an diese Gebiete bereits angepasst waren. Dies bewirkte ein schnelleres Anpassen an die neue Umgebung.
Was der Homo sapiens vom Nenadertaler übernommen hat: kälteresistenter, Neigung zu Diabetes II, Depressionen, Nikotinsucht. Dort wo sie sich begegneten, tauschten sie sich aus.
Vor 40.000 Jahren war der Homo sapiens in Afrika, Europa, Asien & Australien mit Hunderttausenden. Der Neandertaler war nur in Europa und Asien vertreten, mit nicht einmal 100.000 an der Zahl.
Klimawandel & Populationsdichte
Geologen nehmen Bodenproben aus einem See in der Eiffel. Bei 8 m langen Bodenproben ist Klima der vergangenen Zeiten ablesbar. Da es durch das Wasser keinen Sauerstoff gibt, ist jede einzelne Jahresschicht erhalten. Die Bodenproben zeigen auch wie sich die Vegetation durch den Klimawechsel veränderte: in den wärmeren Jahren gab es Wald (zwischen 42.950 und 43.000 sovie ab 43.200), in den kälteren Jahren gab es Steppe (vom 43.000 bis 43.200). Es gab schnelle Wechsel: Warm- & Kaltphasen wechselten ganz abrupt ab. Essprang innerhalb von 10 Jahren.Plötzlicher Kälteeinbruch und der Klimawechsel waren negativ für den Neandertaler. Es bewirkte das Aussterben seiner Jagdbeute, der Megafauna. Viele sind wohl verhundert. Überlebende ziehen hunderte Kilometer weiter auf der Suche nach besseren Bedingungen. Die Population schrumpfte aufgrund der raschen Klimawechsel auf rund 20.000 Individuen, so neue Schätzungen.
Es stellt sich auch die Frage, ob die genetische Variation so klein war, daß es vielleicht zur Inzucht kam, was zum Verschwinden beigetragen hat? Ein Aspekt ist die geringe Bevölkerungsdichte.
Die Gruppen waren sehr klein und weit verteilt. Sie waren damit anfälliger für Ereignisse, wie z.B. ein Vulkanausbruch oder ein Tsunami an der Küste.
Kam das Ende der Neandertaler durch einen Vulkanausbruch?
Vulkanausbruch vor 39.000 Jahren
In Neapel ist der Vesuv 9 km entfernt. Eine größere Bedrohung liegt allerdings an der Küste, wo die Phlegräische Felder (= die brennenden Felder) mit Europas größten Vulkan beginnen. Der Durchmesser dieses Vulkans ist 13 km lang, und liegt größtenteils unter der Wasseroberfläche. An sichtbarer Stelle kocht heißer Schlamm von 140° Celsius.In der Nähe Neapels wird nach einer urzeitlichen Eruption gesucht und ob sie in Verbindung mit dem Verschwinden des Neandertalers steht? Die Asche ist 39.000 Jahre alt. Das ist der Zeitpunkt, wo sich Spur der Neandertaler verliert. Die Asche hat sich über das gesamten östlichen Mittelmeergebiet verteilt, auch weit von den phlegräischen Feldern entfernt. Die Asche wurde sogar bishin nach Urluia in Rumänien (1200km von phlegräischen Feldern entfernt) gefunden. Die Dicke der Ascheschicht weist auf einen gigantischen Vulkanausbruch hin: die Höhe der Asche bis zu 1,10 m hoch. Das zeigt, daß es sich damit um den größten Vulkanausbruch in den letzen 200.000 Jahren handelt.
Weitere Vulkanausbruchspuren finden sich im südlichen Mittelmeerraum und sogar Russland bis nach Lybien. Mit Rasterelektronenmikroskop untersuchten Forscher die Profile der Aschefunde. Alle Ascheproben haben genau die gleiche Zusammensetzung, das gleiche chemische Profil.
Der Ausbruch erstreckte sich über 3 Kontinente und über weite Strecken der Neandertaler. Die Dauer der Eruption wird auf 2-4 Tage geschätzt. Mehrere Erdbeben in der Umgebung waren erste Vorzeichen, bevor der Vulkan ausbrach. Alles in einem Radius von 60 km wurde vernichtet. Alles unter dem pyroklarischen Strom wurde von meterdicke Asche begraben.
Große Teile von Süd- & Osteuropa waren von Asche bedeckt. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich die Asche in den Nahen Osten aus. Der Homo sapiens war auf der ganzen Welt verteilt, Neandertaler aber nur in Europa und Zentralasien. 4 Millionen Quadratkilometer waren mit Asche bedeckt. Die Aschewolke verdunkelte die Sonne für mehrere Wochen, was einen Temperatursturz bewirkte: einen sogenannten vulkanischen Winter.
Ein halber Zentimeter Asche konnte die gesamte Vegetation vernichten. In der Todeszone waren der Homo sapiens und der Neandertaler schutzlos ausgeliefert. Die Asche bedeckte Sonnenlicht und Sauerstoff. Giftiges Fluorid ließ die die Pflanzen absterben und verseuchte das Trinkwasser. Neandertaler verhungerten oder hatten Anzeichen einer schweren Fluorid-Vergiftung: chronische Müdigkeit, Übelkeit & innere Blutungen, die zum Tode führten. In Südosteuropa dauerte es 1. Jahrhundert, bis sich Ökosystem wieder erholt hatte.
Einige wenige Neandertaler hatten in den entlegenen Regionen überlebt. Die letzte Heimat war der Fels von Gibraltar. Hier hatten hier noch weitere 15.000 Jahre überlebt.
Heutzutage
Heutzutage gibt es 23 Supervulkane, der Größte liegt im Yellowstone-Nationalpark. Er explodiert alle 600.000 - 800.000 Jahre. Sein letzer Ausbruch war vor 640.000 Jahren. Damit sei der Ausbruch, laut Dokumentation, überfällig, Der Ausbruch könnte durch Winde über den ganzen Erdball verteilt werden. Weil auf der ganzen Erde verteilt werden könnte, stellt sich die Frage, ob wir solche Katatrophen überleben können. Forscher denken schon, da wir auf der ganzen Welt verteilt leben, so wie damals schon.Der Neandertaler lebte länger auf der Erde als der Homo sapiens bis jetzt. Die Vermischung mit dem Neandertaler ermöglichte unser Überleben.
Fazit
Ein sehr interessanter Beitrag über das Leben und Aussterben von Neandertalern und in vielem logischer, als was ich sonst oft gesehen habe. Ein persönliches Highlight war für mich, daß unter den "Forschern", die zu dieser Sendung beigetragen haben, auch HR ao. Univ.- Prof- Dr. Maria Teschler-Nicola war, bei der ich selbst Übungen im Bereich Anthropologie gemacht habe.Auch der Ort, an dem sie interviewt wurde war interessant. Im Hintergrund sind Rekonstruktionen von Neandertalern zu sehen.Es handelt sich hierbei um einen Ausstellungsraum im Naturhistorischen Museum in Wien, den ich selbst am 28.05.2017 mit einer Freundin besucht. Im selben Raum gibt es eine Gerätschaft, mit dem man als "Forscher" Größe, Geschlecht, Alter, Zeitraum wann das Individuum gelebt hatte, Todesursache, usw. herausfinden. Der Raum wurde halb verschlossen, sodaß man nur die rekonstruierten Neandertaler sehen konnte. Und dort, wo die Kamera aufgestellt war, handelt es sich ebenfalls um einen Austellungsraum.
HR ao. Univ.- Prof- Dr. Maria Teschler-Nicola
Ich mochte die Sendung sehr, da sie, wie vorhin schon erwähnt, besser die Forschung darstellte, als so manch andere Beiträge mit diesem Thema. Einige Dinge sind mir allerdings auch in diesem Beitrag aufgefallen.
Als die Stelle kam, daß die Forscher in einer der Höhlen Gibraltars "Lagerfeuerspuren" gefunden wurden, stellte man dies als offenes Feuer in der Höhle dar. Dies wird auch oft in Serien oder Filmen gemacht: offenes Feuer in der Höhle. Wenn es jedoch keine Abzugsmöglichkeit gibt, sammelt sich der Rauch des Feuers in der Höhle, was es ziemlich unwahrscheinlich macht, daß es offenes Feuer in der Höhle gab.
Homo heidelbergensis werden als erste Menschen bezeichnet, die mit Holzspeeren auf die Jagd gingen und das Feuer nutzten. Dabei heißt es immer, daß der Homo erectus als erste Menschenart das Feuer genutzt habe. Der Homo heidelbergensis ist eine Art als zwischen dem Homo erectus und dem Homo neanderthalensis.
Als beschrieben wird, daß der mögliche Mörder eines Neandertalers entweder ein anderer Neandertaler oder ein Homo sapiens gewesen sein konnte, stellt sich dem Zuschauer eine andere Frage: Wer oder was denn sonst? Es gab nur diese beiden Arten in Europa. Andere Menschenarten lebten viel weiter östlich, im asiatischen Raum. Es gab also keine große Auswahlmöglichkeit, wer den Neandertaler tödlich verletzt haben könnte. Die Frage war falsch gestellt. Es hätte heißen sollen: "Welche der beiden Arten war der Mörder des Neandertaler-Individuums?"
Der Wurfspeer des Homo sapiens war eine Distanzwaffe. Der Neandertaler war körperlich im direkten Kampf überlegen. Deswegen stellten die Forscher die Frage, ob die Neandertaler nicht doch öfter gewonnen haben, als gedacht. Könnte stimmen, wenn sie die moderenen Menschen in direkte Kämpfe verwickeln konnten. Da sie leichter gebaut sind, haben die modernen Menschen auch Waffen gehabt, die sie nicht für direkte Angriffe, auch bei der Jagd, gebrauchen konnten. Also kämpfte der Homo sapiens natürlich mit einer leichten Wurfwaffe, wenn der Neandertaler auch körperlich überlegen war.
Bei der Stelle mit dem Neandertaler-Genoms, daß viele Menschen heute in sich tragen, waren etwas widersprüchlich. Der weibliche Sprecher der Dokumentation sagt, es gibt keine Spuren des Neandertaler-Genoms bei den Menschen in Afrika. Gleich nach diesem Satz sagt einer Forscher dieses Projekts: "In Afrika findet man praktisch keine Neandertaler-Gene."
Praktisch bedeutet so etwas wie kaum, daß sich nur geringfügig Spuren des Genoms bei Menschen in Afrika finden. Also entweder es gibt keine Spuren oder es gibt welche, wenn auch nur in geringer Menge.
Die Stelle mit dem Supervulkan aus dem Yellowstone-Nationalpark war ein düsteres.
Erst einmal die Aussag, daß der Vulkan alle 600.000 - 800.000 Jahre ausbricht, das letzte Mal vor 640.000 Jahren ausgebrochen sei und damit längst überfällig sei. Wenn es aber bis zu 800.000 Jahre dauern kann, daß er ausbricht, kann er nicht als längst "überfällig bezeichnet" werden. Es kann noch 160.000 Jahre dauern, bis der Vulkan ausbricht.
Die zweite Aussage ist, daß der Ausbruch dieses einen Supervulkans die ganze Welt mit Asche umhüllen könne ist doch ein sehr düsteres und apokalyptisches. Nicht einmal der Superlvulkan bei Neapel hatte dies geschafft. Warum also der größte Vulkan in Yellowstone dies schaffen sollte, nur allein durch die Winde, geht doch ein bißchen sehr weit. Die Zerstörungskraft kann sicherlich groß sein, aber die Asche um die ganze Welt verteilend ist übertrieben.
Vor allem, wie der moderne Mensch so eine Apokalypse überleben kann. Der Homo sapiens soll den Neandertaler überlebt haben, weil der moderne Mensch zum Zeitpunkt der Katastrophe auf der ganzen Welt verbreitet war, während der Neandertaler nur in Europa & Zentralsien ansässig war. In der Todeszone, wo also die Asche verbreitet war haben Homo sapiens und Homo neanderthalensis nicht überleben können. Wenn nun also dieser Supervulkan seine ganze Asche über die Welt verbreiten soll, wie kann der Mensch den vulkanischen Winter dadurch überleben, daß er auf der ganzen Welt verbreitet ist, wenn die Überlebenschancen in der "Todeszone" doch gleich null sind? Von den Tieren, die durch das Absterben der Vegetation ebenfalls verenden, wurden da nicht einmal angesprochen.
Bei der Erwähnung des Supervulkans mußte ich auch unweigerlich an die Serie Die Dinos denken. In der letzten Folge werden (mehrere) Vulkane zur Expoliosion gebracht, um Wolken für Regen zu bekommen, da die Pflanzenwelt durch Gift abgestorben war, un d der Regen die Vegetation wieder zum Wachsen bringen lassen sollte. Da diese Vulkane auf der ganzen Welt "gezündet" worden sind, verdunkeln die Aschewolken den Himmel und bewirken einen vulkanischen Winter über ganz Pangäa. In der Serie war dies der Grund für das Aussterben der Dinosaurier. Hier lebten auch Menschen neben den Dinos. Es sollte gesellschaftskritisch sein, daß nicht auf die Natur geachtet wurde, was das Aussterben der Arten bewirkt hat. Worauf ich hinaus will ist aber, daß mehrere Vulkane nötig waren, um den vulkanischen Winter auf der Erde ausgelöst haben. Ein einziger Vulkan, auch wenn er der größte seiner Art ist, schafft dies nicht. Hier hat die Dokumentation einfach übertrieben. Auch wenn sie sonst, wie schon mehrfach erwähnt, recht interessant war.




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