13.000 Jahre alte kanadische Fußabdrücke

Wegen der ganzen Oserfeierlichkeiten, hatte ich ganz vergessen, diesen Blog-Eintrag zu posten. Das hole ich hiermit nach.

Diesmal wieder ein Beitrag, der am Donnerstag, dem 29.03.2018 auf science.orf.at veröffentlicht wurde. Zuvor hatte ich davon bereits, ebenfalls am Donnerstag, im Radio gehört. Diesmal geht es um Fußabdrücke, die die These, stützen, daß der moderne Mensch über die Beringstraße von Asien aus nach Amerika gelangte.

Auf der Insel Calvert, unweit von Vancouver Island an der kanadischen Pazifikküste wurden 29 Fußabdrücke von zwei Erwachsenen und einem Kind von kanadischen Anthropologen ausgegraben, die auf ca. 13.000 Jahre datiert wurden.

Da die Spuren kreuz und quer verlaufen undnicht geradlinig kann vermutet werden, daß die 3 Menschen nicht eunfach durch dieses Gebiet gewandert sind sondern es wohl ein wenig erkundet und dort aufgehalten haben dürften.

Bisher gab es keine Funde aus der Zeit um 15.000 Jahren in dieser Region. Daß hier am Ende der letzten Eiszeit Menschen unterwegs waren, sei aber nicht überraschend, sagt der Anthropologe Gerhard Weber von der Universität Wien: „Der Fund erhärtet die These, dass Amerika vor etwa 15.000 Jahren über die Beringstraße von Asien aus besiedelt wurde.“

Es ist naheliegend, dass die Menschen, von der Beringstraße kommend, die kanadische Pazifikküste besiedelten. Denn rund 500 km südlich der Insel Calvert befindet sich Manis Mastodon im heutigen US-Bundesstaat Washington State. Manis Mastodon ist mit vermutlich 13.800 Jahren die älteste Fundstätte von menschlichen Werkzeugen in Nordamerika, denn in einem der amerikanischen Mastodonten aus dieser Fundstelle hatte ein Projektil. Fußabdrücke hat man bis jetzt aber weder in Kanada noch in den USA gefunden.

Duncan McLaren, von den kanadischen Forschern, vermutetet, daß die Menschen damals bereits kleine Boote oder Flöße verwendeten, um die Insel zu erreichen. Er erhofft sich, durch weitere Grabungen mehr über die Lebensweise der damaligen Küstenbewohner herauszufinden.

„Der Fund in Kanada zeigt einmal mehr, dass sich die Menschen vor allem in Küstenregionen aufgehalten haben. Entlang der Pazifikküste ging es dann relativ schnell nach Süden“, sagt Gerhard Weber. Das legen Funde aus Südamerika nahe, die bis zu 14.000 Jahre alt sind.

Daß die Menschen sich nur an der Küste entlang wanderten erklären Forscher damit, daß denn auf dem Gebiet des heutigen Westen Kanadas und der USA befand sich eine riesige Eisfläche, die nur einen schmalen Grünstreifen an der Küste freiließ.




Einer der Abdrucke eines rechten Fußes, rechts digital eingefärbt
Bild: Duncan McLaren


Mein Fazit:

Daß die gefunden Fußabdrücke an der Küste Kanadas an 13.000 Jahre alt sind ist nicht die Sensation an diesem Fund. Immerhin belegt es nur, was man bisher wußte. Denn immerhin hat man in Manis Mastodon ein Projektil in einem der Mastodonten gefunden, die um 800 Jahre älter ist, als die Fußabdrücke.

Selten hingegen ist die Tatsache, daß es sich um Fußabdrücke handelt. Fußabdrücke sind tatsächlich selten. Die bekanntesten sind jene einer, ebenfalls bestehendend aus zwei Erwachsenen und eine Kind, aus Laetoli, die dem Homo habilis zugeordnet werden. Im Gegensatz zu Laetoli sind die Fußabdrücke an dieser Fundstätte aber verteilt, wohingegen in Laetoli die Familie gerade durchmarschiert ist.

Auch erinner ich mich bei einer Höhlenexkursion die Stelle eines Fußabdruckes gesehen zu haben, die Forscher sorgfälrig eingezäunt hatten, damit die Besucher nicht drauftreten. Das zeigt aber auch nur, wie selten prähistorische Fußabdrücke sind.

Ich fand es toll, daß auch hier wieder  Prof. Weber des Departments für Anthropologie der Universität Wien  beteiligt war, da ich, obwohl ich hauptsächlich Paläontologie studiere, sehr mit auf der Anthropologie beheimatet bin, und ich Prof. Weber daher natürlich kenne. Siehe dazu meinen Blog-Eintrag vom 04.02.2018, als der Homo sapiens Afrika viel früher verlassen hatte.

Eine Sache die mich bei dem Fund allerdings beschäftigt, ist unteranderem die Erklärung, wie die Menschen an dieser Stelle hingekommen sind. Einerseits wird gesagt, sie seien von der Beringstraße, auch Beringia genannt, eine Landbrücke die sich in der Kaltzeit durch den geringen Wassrespiegel gebildet hatte, gekommen. Andererseits wird gesagt, wird gesagt, sie hätten Flöße bzw.Boote verwendet, um die Insel zu erreichen. Die Frage, die sich mir stellt ist, ob es sich zu dem Zeitpunkt, wo die Fußabdrücke entstanden sind, der Bereich wirklich eine Insel war, oder ob die Menschen nicht auch"zu Fuß" hinkamen.
Auch stellt sich die Frage, wenn es zu dem Zeitpunkt, als die Menschen dort waren, wirklich so kalt war, daß sie wegen des Eises nicht weiter ins Landesinnere gingen, wie nahe an der Küste besagte Insel tatsächlich war. An der Küste Frankreich gibt es eine Höhle, die jetzt eine Unterwasserhöhle ist. Zum Zeitpunkt der Eiszeit, als der Wasserspiegel niedriger war, wurde sie von Menschen besiedelt. Tierknochen und Artefakte belegen dies. Die Landmasse war damals also viel größer. Da vermutet wird, daß die Menschen die Ksüste entlang nach Süden gewandert sind, und wegen des Eises nicht zuvor durch das Landesinnere gewandert sind, frage ich mich: Wenn es so kalt war, daß es mehr Landmasse gab, waren sie tatsächlich an einer Küste oder wie weit im Landesinneren waren sie zu diesem Zeitpunkt?


Verwendete Links:

13.000 Jahre alte Fußabdrücke gefunden

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