6 Yorker Gladiatoren - Universum History
Freitag vor 2 Wochen, am 19.05.2017, gab es in Universum History in ORF 2 einen Beitrag über Gladiatoren. Der Titel lautete Gladiatoren - Tod in der Arena und stammte aus dem Jahre 2014.
Es handelte sich dabei um den Bericht eines Fundes in York. Bei Grabungsarbeiten im Jahre 2004 wurde ein römischer Friedhofs entdeckt, welcher den Archäologen rätselhaft vorkam. Es waren insgeasmt 80 Skelette, davon 75 Männer. Die Opfer wurden in Einzelgräbern mit wertvollen Grabbeigaben bestattet. Sie waren größer und muskulöser als der "durchschnittliche" Römer. Zugleich hatten sie aber Schnittverletzungen und Bruchnarben, was darauf hinweist, daß sie viel gekämpft haben müssen. Zudem waren viele geköpft, wie Verbrecher, wurden aber mit römischen Sitten bestattet und nicht einfach in die Grube geworfen.
York war zur Zeit der Römer ein wichtiger Außenposten gegen die Schotten im Norden und hatte um die 20.000 Einwohner. Bisher gab es keine Funde von Arenen oder ähnlichem, bis man 2004 den Friedhof entdeckt hatte.
Nach der Untersuchung der insgesamt 80 Bestatteten wurde deutlich, daß es sich um die Bestattung von Gladiatoren handeln muß. Unter der Herrschaft der Römer starben an die 1 Million Gladiatoren. Ber Bericht beschrieb die Kämpfe als gnadenlos und grausam. Die Kämpfe waren kostenlos fürs Volk und wurden im ganzen Reich augetragen. Zu diesem Zwecke wurden Arenen gebaut und Theater umfunktioniert. Bisher wurden 230 Arenen an den stragetisch wichtigen Punkten entdeckt.
Von den 80 Skeletten wurden 6 Individuen heraugesucht, die 6 verschiedenen Kategorien von Gladiatoren angehörten, die alle auf unterschiedliche Arten starben. Dabei wurden in der Dokumentation auf die einzelnen Individuen eingegangen, die vermutliche Herkunft und ihre Todesarten. Man konnte bei ihnen auch die Verwendung bestimmter Waffen erkennen.
Die Gladiatoren kamen aus allen Teilen des Reiches: sowohl aus dem südlichen Mittelmeerraum, Nordafrika, dem mediterranem Becken, sowie aus Mittel- und Nordeuropa. Es konnte sich bei den Bestatteten nicht um Soldaten handeln, da Soldaten aus dem gleichen Raum rekrutiert wurden. Sie sprachen die selbe Sprache und kannten sich wohl auch von früher.
Die sechs Individuen waren folgende:
Bestiarius; Secutor, der Hetzer; Eques, der Reiter; Murmillo, das Schwergewicht; Retiarius, der Netzkämpfer; Traex, Meister des Schwerts.
In den folgenden Abschnitten werden die 6 Gladiatoren genauer beleuchtet:
Der Bestiarius war ein zum Tode Verurteilter, war weder groß, noch muskulös noch hatte er ein spezielles Training erhalten. Er ging in den Kampf mit bloß einem Speer hatte aber keine Rüstung.
Panther, Löwen und Tigern waren exotische Tiere und wurden gerne für diese Art der Hinrichtung verwendet. Selbst wenn er einen Sieg errungen hatte, hatte das nur die Verzögerung des Todes bewirkt, da gleich nach dem Tod des Tieres, das nächste wartete, um den Verurteilten zu töten.
Der Todesbiss war im Bauchbereich. Zuerst wurde die Schulter und dann der Trapezmuskel zerfetzt. Der Bestiarius wurde in der Regel nicht beerdigt sondern gefressen.
Da stellt sich aber die Frage: am Anfang der Sendung wurde erwähnt, daß die Opfer mit allen Ehren bestattet wurden. Gleichzeitig wurde Bestiarius aber nicht beerdigt sondern gefressen.
Murmillos trugen imposante Helme, mit ausladender Krempe und ein Schwert. Diese Ausrüstung war so schwer, daß nur ein Hüne diese hat tragen können. Er war ein Athlet und bestens ausgerüstet. Zudem galt er als Publikumsliebling und bekam daher die beste Erste Hilfe, die man ihm zuteil werden lassen konnte.
Dieser Murmillo hatte eine Kerbe an der rechten Elle, beim Ellbogen. Dies war eine Schmetterliungsfraktur. Eine Schmetterlingsfraktur entsteht wenn ein Spannungs- & Trümmerbruch zusammenkommt. Zudem hatte er eine verletzte Sehne. Der Murmillo dürfte entweder am Blutverlust oder an einer Infektion gestorben.
In der nachgestellte Szene in der Murmillo gegen einen anderen Gladiator kämpfte, war der Gegner ein Traex.
Um die Herkunft des Traex festzustellen, untersuchte man nicht nur seine Schädelform, sondern auch seine Zähne. Mit dem chemischen Kohlenstoff und dem Stickstoff in den Zähnen, läßt sich die Ernährung in der Kindheit bestimmen, und daher auch wo der betroffene aufgewachsen ist. Dieser Traex kam aus Ägypten. Er dürfte während eine Eroberungszuges gefangen genommen worden sein. Er dürfte einer jender Gladiatoren gewesen sein, die gefangen genommen, gekauft, gemietet und weiter verkauft worden sein, bis es ihn schließlich ganz in den Norden nach York brachte.
Seine tödliche Verletzung bekam er aber durch keine von Gladiatoren genutzte Waffe. Er wurde am Schädel, an der rechten, lateralen Seite mit einem stumpfen Gegenstand geschlagen. Die Schädelsplitter zerstörten den Frontallappen, woran er schließlich starb. Es solle eine Person gegeben haben, die sichmit einer Maske als Charon verkleidet, eigentlich der Fährmann, der die Toten hinüber ins Totenreich bringt, und mit einem Hammer auf den Besiegten einschlägt, um sicher zu gehen, daß dieser seinen Tod nicht nur vortäuscht. Dabei gleicht es einer Exekution, für jene die am Boden liegen.
Das ist das erste Mal, daß ich von einer Person hörte, die sich als Charon verkleidete und besiegte Gladiatoren exekutierte. In keiner anderen Dokumentation oder sonstigen Berichterstattung über Gladiatoren, hörte ich davon, daß es so eine Person bei Gladiatorenkämpfen gab.
Der Secutor war mit seinen 40 Jahren der Älteste der 6 Gladiatoren. Seine Verletzungen zeugen von einer lebenslangen Leidensgeschichte.
Er hatte an beiden Fußknöcheln schwere, eiserne Ringe, die 1 Kilogramm wogen. Was ihre Bedeutung ist, ist unklar, da solche Eisenringe niemals zuvor gefunden worden waren. Es könnte sich um ein Symbol handeln, daß ihn als Sklaven kennzeichnete.
Er hatte durch die Ringe Schienbein-Deformationen, und weil sie scheuerten auch chronische Verletzungen, weil dieWunde ständig entzündet war. Er dürfte die Ringe wohl jahrelang getragen haben. Zudem hatte er eine Fraktur am linken Wadenbein. Der Bruch verlief diagonal zu dem Bereich der verheilt war. Dies wurde sicherlich durch einen Schlag bzw. durch Gewalteinwirkung erreicht, vermutlich, als ihm der Ring angelegt wurde und mit einem Hammer nachgeholfen wurde. Die Verletzung war vermutlich nicht absichtlich, da nur das linke Bein betroffen war.
Er gehörte der Gattung der schwer bewaffneten Gladiatoren an und hatte ein kurzes Schwert. Er hat jedoch nicht mitgekämpft sondern hat andere verfolgt. Er hatte eine schwere Rüstung und eine enorme Maske. Er war groß mächtig und eindrucksvoll, jedoch auch der einzige mit Eisenringen an den Füßen. Er war spezialisiert auf den Kampf gegen den "Retiarius, den Netzkämpfer".
Wurde er am Anfang der Dorkumentation noch als "Secutor, der Hetzer" beichnet, nannten sie ihn, als er vorgestellt wurde, "Secutor, der Verfolger". Es kommt aufs selbe hinaus.
Allerding wird gesagt, ihm wurde das Bein gebrochen, als ihm der Eisenring angelegt wurde und per Hammer nachgeholfen wurde. Im nächsten Moment sagen sie aber, daß das Zufügen der Verletzung nicht mir Absicht erfolgte, weil sie nur an einem Bein vorhanden war.
Auch etwas unklar ist die Aussage, daß er nicht mitkämpfte, sondern andere verfolgte, er gleichzeitig aber der Gegner des Retiarius ist, gegen den er kämpft.
Die Reiter waren keine Sklaven. Ihnen ging es um Ruhm, Ehre und Geld. Sie gehörten meist zur unteren Schicht der Reichen an, aber auch noble Adelige konnten als Gladiatoren in die Arena gehen. Ging es eine Gladiator, der ein Sklave war evebtuell darum sozail aufzusteigen, wenn sie von der Masse bejubelt wurden, verließen die Reichen ihre Umgebung, um den Nervenkitzel und den Ruhm eines Kämpfers als Gladiator zu erhalten.
Der Eques war durch seine Position hoch zu Ross, war er am rechten Knie ungeschützt. Er erhielt eine Verletzung der Oberschenkelsehne samt Arterie und hatte hohen Blutverlust. Da er keine weiteren Verletzungen hatte, dürfte das sein erster Kampf gewesen sein, der gleichzeitig auch sein letzter war.
Humerus links: 322 mm.
Humerus rechts: 340 mm.
Das macht einen Unterschied von 18 mm, was ein beträchtlicher Unterschied ist.
Dieser Gladiator dürfte schon als Jüngling hart trainiert haben, vermutlich sogar schon als Kind, als er als Sklave an einen Lanista verkauft wurde. Für Gladiatoren gab es kein Alterslimit.
Der Retiarius hat eine Streßfraktur des Schlüsselbeins, was auf eine dauerhafte und immer gleiche Bewegung hindeutet. Und da noch während der Wachstumsphase dieses harte Training absolvierte, wurde auch sein rechter Arm stärker beansprucht, und wuchs dementsprechend mehr als sein linker.
Der Retiarius kämpfte üblicherweise mit einem Dreizack und einem Netz. Er war von hünenhafter Gestalt, und seine Gegner waren welche die mit einem Kurzschwert kämpften, in der Regel also der Secutor. Dieser Netzkämpfer hatte 20 Jahre lang in der Arena gekämpft.
Lanista sind Betreiber einer Gladiatorenschule. In der Literatur werden sie so beschrieben, daß sie nicht besser seien, als jene die Leichen in die Grube werfen, Sklaven verkaufen oder die Jauchegrube reinigen.
Der Gladiator war eine Geldquelle für den Lanista. Je mehr Ruhm und Ehre er erbrachte, desto mehr Geld bekam der Lanista pro Kampf. So versprach sich der Lanista, daß das Geld, daß er in seinen Gladiator investierte, wieder herein kommt. Starb sein Gladiator, so wurde der Lanista fürstlich belohnt.
Von einem Gladiator wurde entweder ein würdevoller Abgang erwartet oder er konnte um Gnade flehen. Der Verantalter bzw. der Gastgeber hat den Lanista für den Gladiator bereits bezahlt, also gemietet. Daher konnte er auch entscheiden, was mit dem Besiegten passiert.
Es gab keine Begnadigungen, wenn dem Publikum ein Blutbad versprochen wurde. Entweder wurde die Kehle durchtrennt, das Schwert in den Nacken gerammt oder in die Kehle gestoßen.
Die Enthauptung war also die gängigste Todesart der Gladiatoren von York. Mindestens 40 der 80 Skelette hatten eine dieser Todesarten, abgetrennt am 3. Halswirbel, mit 8 Hieben entweder von hinten, von vorne oder von der Seite.
Enthauptungen sind eine britische Tradition. Und York war damals eine Festungsstadt, wo viele Soldaten lebten. Daher könnte das ein Grund sein warum diese Todesart so oft gewählt wurde, weil sie vieleicht auch vom Publikum gefordert wurde.
410 verließen die Römer York. Und kurz danach hörten auch die Gladiatorenkämpfe bald auf.
Fazit:
Es war eine sehr interessante Dokumentation. Einige Sachen waren sehr interessant, da ich sie noch gar nicht kannte, wie z.B. die Figur des Charon, die die Besiegten exekutierte.
Allerdings hab ich auch einiges vermisst. So weiß ich aus einer anderen Dokumentation über Gladiatoren, daß diese, obwohl sie Sklaven waren, für ihre Kämpfe bezahlt wurden, und sie sich kleine Sachen für den persönlichen Gebrauch kaufen konnten.
Auch weiß ich aus der anderen Dokumentation, daß ein Gladiator nicht unbedingt sterben mußte. Er konnte, wenn er ehrenhaft genug kämpfte, sogar seine Freiheit erlangen. In dieser Dokumentation von Universum History, wurde immer wieder betont wie grausam und grauslich die Gladiatorenkämpfe waren. Gut, die gefundenen Opfer starben auf brutale Weise, aber es gab von den 'Experten' nur am Schluß, die Aussage, daß das Enthaupten eine britische Tradition ist, aber nicht, daß es Gladiatoren gab, die ihre Freiheit erkämpfen konnten.
Zuletzt ist noch zu sagen, daß die Dokumentation sich inhaltlich manchmal selber widerspricht. Was ich teils in eigenen Kommentaren unter der Erklärung aus der Dokumentation zum Ausdruck brachte. Aber sowas sollte in einer Dokumentation eigentlich nicht passieren: sich (meist nach ein paar Sätzen) der getätigten Aussage gleich wieder zu widersprechen.
Es handelte sich dabei um den Bericht eines Fundes in York. Bei Grabungsarbeiten im Jahre 2004 wurde ein römischer Friedhofs entdeckt, welcher den Archäologen rätselhaft vorkam. Es waren insgeasmt 80 Skelette, davon 75 Männer. Die Opfer wurden in Einzelgräbern mit wertvollen Grabbeigaben bestattet. Sie waren größer und muskulöser als der "durchschnittliche" Römer. Zugleich hatten sie aber Schnittverletzungen und Bruchnarben, was darauf hinweist, daß sie viel gekämpft haben müssen. Zudem waren viele geköpft, wie Verbrecher, wurden aber mit römischen Sitten bestattet und nicht einfach in die Grube geworfen.
York war zur Zeit der Römer ein wichtiger Außenposten gegen die Schotten im Norden und hatte um die 20.000 Einwohner. Bisher gab es keine Funde von Arenen oder ähnlichem, bis man 2004 den Friedhof entdeckt hatte.
Nach der Untersuchung der insgesamt 80 Bestatteten wurde deutlich, daß es sich um die Bestattung von Gladiatoren handeln muß. Unter der Herrschaft der Römer starben an die 1 Million Gladiatoren. Ber Bericht beschrieb die Kämpfe als gnadenlos und grausam. Die Kämpfe waren kostenlos fürs Volk und wurden im ganzen Reich augetragen. Zu diesem Zwecke wurden Arenen gebaut und Theater umfunktioniert. Bisher wurden 230 Arenen an den stragetisch wichtigen Punkten entdeckt.
Von den 80 Skeletten wurden 6 Individuen heraugesucht, die 6 verschiedenen Kategorien von Gladiatoren angehörten, die alle auf unterschiedliche Arten starben. Dabei wurden in der Dokumentation auf die einzelnen Individuen eingegangen, die vermutliche Herkunft und ihre Todesarten. Man konnte bei ihnen auch die Verwendung bestimmter Waffen erkennen.
Die Gladiatoren kamen aus allen Teilen des Reiches: sowohl aus dem südlichen Mittelmeerraum, Nordafrika, dem mediterranem Becken, sowie aus Mittel- und Nordeuropa. Es konnte sich bei den Bestatteten nicht um Soldaten handeln, da Soldaten aus dem gleichen Raum rekrutiert wurden. Sie sprachen die selbe Sprache und kannten sich wohl auch von früher.
Die sechs Individuen waren folgende:
Bestiarius; Secutor, der Hetzer; Eques, der Reiter; Murmillo, das Schwergewicht; Retiarius, der Netzkämpfer; Traex, Meister des Schwerts.
In den folgenden Abschnitten werden die 6 Gladiatoren genauer beleuchtet:
- Bestiarius:
Der Bestiarius war ein zum Tode Verurteilter, war weder groß, noch muskulös noch hatte er ein spezielles Training erhalten. Er ging in den Kampf mit bloß einem Speer hatte aber keine Rüstung.
Panther, Löwen und Tigern waren exotische Tiere und wurden gerne für diese Art der Hinrichtung verwendet. Selbst wenn er einen Sieg errungen hatte, hatte das nur die Verzögerung des Todes bewirkt, da gleich nach dem Tod des Tieres, das nächste wartete, um den Verurteilten zu töten.
Der Todesbiss war im Bauchbereich. Zuerst wurde die Schulter und dann der Trapezmuskel zerfetzt. Der Bestiarius wurde in der Regel nicht beerdigt sondern gefressen.
Da stellt sich aber die Frage: am Anfang der Sendung wurde erwähnt, daß die Opfer mit allen Ehren bestattet wurden. Gleichzeitig wurde Bestiarius aber nicht beerdigt sondern gefressen.
- Murmillo, das Schwergewicht:
Murmillos trugen imposante Helme, mit ausladender Krempe und ein Schwert. Diese Ausrüstung war so schwer, daß nur ein Hüne diese hat tragen können. Er war ein Athlet und bestens ausgerüstet. Zudem galt er als Publikumsliebling und bekam daher die beste Erste Hilfe, die man ihm zuteil werden lassen konnte.
Dieser Murmillo hatte eine Kerbe an der rechten Elle, beim Ellbogen. Dies war eine Schmetterliungsfraktur. Eine Schmetterlingsfraktur entsteht wenn ein Spannungs- & Trümmerbruch zusammenkommt. Zudem hatte er eine verletzte Sehne. Der Murmillo dürfte entweder am Blutverlust oder an einer Infektion gestorben.
In der nachgestellte Szene in der Murmillo gegen einen anderen Gladiator kämpfte, war der Gegner ein Traex.
- Traex - Meister des Schwerts:
Um die Herkunft des Traex festzustellen, untersuchte man nicht nur seine Schädelform, sondern auch seine Zähne. Mit dem chemischen Kohlenstoff und dem Stickstoff in den Zähnen, läßt sich die Ernährung in der Kindheit bestimmen, und daher auch wo der betroffene aufgewachsen ist. Dieser Traex kam aus Ägypten. Er dürfte während eine Eroberungszuges gefangen genommen worden sein. Er dürfte einer jender Gladiatoren gewesen sein, die gefangen genommen, gekauft, gemietet und weiter verkauft worden sein, bis es ihn schließlich ganz in den Norden nach York brachte.
Seine tödliche Verletzung bekam er aber durch keine von Gladiatoren genutzte Waffe. Er wurde am Schädel, an der rechten, lateralen Seite mit einem stumpfen Gegenstand geschlagen. Die Schädelsplitter zerstörten den Frontallappen, woran er schließlich starb. Es solle eine Person gegeben haben, die sichmit einer Maske als Charon verkleidet, eigentlich der Fährmann, der die Toten hinüber ins Totenreich bringt, und mit einem Hammer auf den Besiegten einschlägt, um sicher zu gehen, daß dieser seinen Tod nicht nur vortäuscht. Dabei gleicht es einer Exekution, für jene die am Boden liegen.
Das ist das erste Mal, daß ich von einer Person hörte, die sich als Charon verkleidete und besiegte Gladiatoren exekutierte. In keiner anderen Dokumentation oder sonstigen Berichterstattung über Gladiatoren, hörte ich davon, daß es so eine Person bei Gladiatorenkämpfen gab.
- Secutor, der Verfolger:
Der Secutor war mit seinen 40 Jahren der Älteste der 6 Gladiatoren. Seine Verletzungen zeugen von einer lebenslangen Leidensgeschichte.
Er hatte an beiden Fußknöcheln schwere, eiserne Ringe, die 1 Kilogramm wogen. Was ihre Bedeutung ist, ist unklar, da solche Eisenringe niemals zuvor gefunden worden waren. Es könnte sich um ein Symbol handeln, daß ihn als Sklaven kennzeichnete.
Er hatte durch die Ringe Schienbein-Deformationen, und weil sie scheuerten auch chronische Verletzungen, weil dieWunde ständig entzündet war. Er dürfte die Ringe wohl jahrelang getragen haben. Zudem hatte er eine Fraktur am linken Wadenbein. Der Bruch verlief diagonal zu dem Bereich der verheilt war. Dies wurde sicherlich durch einen Schlag bzw. durch Gewalteinwirkung erreicht, vermutlich, als ihm der Ring angelegt wurde und mit einem Hammer nachgeholfen wurde. Die Verletzung war vermutlich nicht absichtlich, da nur das linke Bein betroffen war.
Er gehörte der Gattung der schwer bewaffneten Gladiatoren an und hatte ein kurzes Schwert. Er hat jedoch nicht mitgekämpft sondern hat andere verfolgt. Er hatte eine schwere Rüstung und eine enorme Maske. Er war groß mächtig und eindrucksvoll, jedoch auch der einzige mit Eisenringen an den Füßen. Er war spezialisiert auf den Kampf gegen den "Retiarius, den Netzkämpfer".
Wurde er am Anfang der Dorkumentation noch als "Secutor, der Hetzer" beichnet, nannten sie ihn, als er vorgestellt wurde, "Secutor, der Verfolger". Es kommt aufs selbe hinaus.
Allerding wird gesagt, ihm wurde das Bein gebrochen, als ihm der Eisenring angelegt wurde und per Hammer nachgeholfen wurde. Im nächsten Moment sagen sie aber, daß das Zufügen der Verletzung nicht mir Absicht erfolgte, weil sie nur an einem Bein vorhanden war.
Auch etwas unklar ist die Aussage, daß er nicht mitkämpfte, sondern andere verfolgte, er gleichzeitig aber der Gegner des Retiarius ist, gegen den er kämpft.
- Equites, der Reiter:
Die Reiter waren keine Sklaven. Ihnen ging es um Ruhm, Ehre und Geld. Sie gehörten meist zur unteren Schicht der Reichen an, aber auch noble Adelige konnten als Gladiatoren in die Arena gehen. Ging es eine Gladiator, der ein Sklave war evebtuell darum sozail aufzusteigen, wenn sie von der Masse bejubelt wurden, verließen die Reichen ihre Umgebung, um den Nervenkitzel und den Ruhm eines Kämpfers als Gladiator zu erhalten.
Der Eques war durch seine Position hoch zu Ross, war er am rechten Knie ungeschützt. Er erhielt eine Verletzung der Oberschenkelsehne samt Arterie und hatte hohen Blutverlust. Da er keine weiteren Verletzungen hatte, dürfte das sein erster Kampf gewesen sein, der gleichzeitig auch sein letzter war.
- Retiarius, der Netzkämpfer:
Humerus links: 322 mm.
Humerus rechts: 340 mm.
Das macht einen Unterschied von 18 mm, was ein beträchtlicher Unterschied ist.
Dieser Gladiator dürfte schon als Jüngling hart trainiert haben, vermutlich sogar schon als Kind, als er als Sklave an einen Lanista verkauft wurde. Für Gladiatoren gab es kein Alterslimit.
Der Retiarius hat eine Streßfraktur des Schlüsselbeins, was auf eine dauerhafte und immer gleiche Bewegung hindeutet. Und da noch während der Wachstumsphase dieses harte Training absolvierte, wurde auch sein rechter Arm stärker beansprucht, und wuchs dementsprechend mehr als sein linker.
Der Retiarius kämpfte üblicherweise mit einem Dreizack und einem Netz. Er war von hünenhafter Gestalt, und seine Gegner waren welche die mit einem Kurzschwert kämpften, in der Regel also der Secutor. Dieser Netzkämpfer hatte 20 Jahre lang in der Arena gekämpft.
Lanista sind Betreiber einer Gladiatorenschule. In der Literatur werden sie so beschrieben, daß sie nicht besser seien, als jene die Leichen in die Grube werfen, Sklaven verkaufen oder die Jauchegrube reinigen.
Der Gladiator war eine Geldquelle für den Lanista. Je mehr Ruhm und Ehre er erbrachte, desto mehr Geld bekam der Lanista pro Kampf. So versprach sich der Lanista, daß das Geld, daß er in seinen Gladiator investierte, wieder herein kommt. Starb sein Gladiator, so wurde der Lanista fürstlich belohnt.
Von einem Gladiator wurde entweder ein würdevoller Abgang erwartet oder er konnte um Gnade flehen. Der Verantalter bzw. der Gastgeber hat den Lanista für den Gladiator bereits bezahlt, also gemietet. Daher konnte er auch entscheiden, was mit dem Besiegten passiert.
Es gab keine Begnadigungen, wenn dem Publikum ein Blutbad versprochen wurde. Entweder wurde die Kehle durchtrennt, das Schwert in den Nacken gerammt oder in die Kehle gestoßen.
Die Enthauptung war also die gängigste Todesart der Gladiatoren von York. Mindestens 40 der 80 Skelette hatten eine dieser Todesarten, abgetrennt am 3. Halswirbel, mit 8 Hieben entweder von hinten, von vorne oder von der Seite.
Enthauptungen sind eine britische Tradition. Und York war damals eine Festungsstadt, wo viele Soldaten lebten. Daher könnte das ein Grund sein warum diese Todesart so oft gewählt wurde, weil sie vieleicht auch vom Publikum gefordert wurde.
410 verließen die Römer York. Und kurz danach hörten auch die Gladiatorenkämpfe bald auf.
Fazit:
Es war eine sehr interessante Dokumentation. Einige Sachen waren sehr interessant, da ich sie noch gar nicht kannte, wie z.B. die Figur des Charon, die die Besiegten exekutierte.
Allerdings hab ich auch einiges vermisst. So weiß ich aus einer anderen Dokumentation über Gladiatoren, daß diese, obwohl sie Sklaven waren, für ihre Kämpfe bezahlt wurden, und sie sich kleine Sachen für den persönlichen Gebrauch kaufen konnten.
Auch weiß ich aus der anderen Dokumentation, daß ein Gladiator nicht unbedingt sterben mußte. Er konnte, wenn er ehrenhaft genug kämpfte, sogar seine Freiheit erlangen. In dieser Dokumentation von Universum History, wurde immer wieder betont wie grausam und grauslich die Gladiatorenkämpfe waren. Gut, die gefundenen Opfer starben auf brutale Weise, aber es gab von den 'Experten' nur am Schluß, die Aussage, daß das Enthaupten eine britische Tradition ist, aber nicht, daß es Gladiatoren gab, die ihre Freiheit erkämpfen konnten.
Zuletzt ist noch zu sagen, daß die Dokumentation sich inhaltlich manchmal selber widerspricht. Was ich teils in eigenen Kommentaren unter der Erklärung aus der Dokumentation zum Ausdruck brachte. Aber sowas sollte in einer Dokumentation eigentlich nicht passieren: sich (meist nach ein paar Sätzen) der getätigten Aussage gleich wieder zu widersprechen.


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