Klimaerwärmung ließ Braunbären verschwinden

Dieses Mal geht es um ein Thema, daß auf orf.science am 07.09. 2017 erschien.

In dem Artikel wird behauptet, daß die Klimaerwärmung seit der letzten Eiszeit Schuld am Rückgang der Fortpflanzungsrate der Braunbären sei. Zusätzlich sei durch die Klimaerwärmung auch größere Flächen für den Ackerbau nutzbar gewesen, was zudem zur Reduktion des Lebensraumes der Braunbären beisteuerte. Außerdem soll schon länger bekannt sein, daß das Verschwinden des Braunbären mit dem Menschen und seiner Landnutzung zusammenhängen soll.

Ein internationales Team vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum erforschen nun die Rolle des Klimas.
Weil in den letzten 12.000 Jahren die Wintertemperatur um zwei bis vier Grad stieg, bewirkte dies, daß Braunbären weniger Junge bekamen, weil durch die höheren Temperaturen ein höherer Energieverbrauch zustande kam. Die Energiereserven sind für die Fortpflanzung nötig, weil die Jungen im Winter zur Welt kommen. Wird aber mehr Energie für die Winterruhe benötigt, bleibt weniger für die Winterruhe.

4.200 Knochen lassen Rückschlüsse zu. Ein erstes großes Aussterben gab es vor 7.000 - 5.000 Jahren. Schlimmer war es im Römischen Reich vor 2.000 Jahren. „Danach ist der Verbreitungsraum der Tiere rasant geschrumpft und zerstückelt worden“ sagen die Forscher.


Außerdem soll, wie bereits erwähnt, neben einer geringeren Nachkommenschaft, Lebensraumverluste durch Abholzung und Umwandlung von Naturlandschaft in Ackerland dem großen Wildtier zu schaffen gemacht haben.

Am Ende der letzten Eiszeit war der Braunbär noch überall in Europa verbreitet. Heute gibt es nur noch vereinzelte Populationen in den Pyrenäen, in Nordskandinavien und in Osteuropa.




Verbreitung des Braunbären in Europa, 10.000 -7.000 v.Chr. und im Jahr 2000

Mein Fazit:

Beim Aussterben von Tieren sind immer mehrere Faktoren zu berücksichtigen um das Verschwinden einer oder mehrerer Arten zu erklären. Ein großer Fehler in der Forschung ist meist, daß man sich nur auf eine (Tier-)Art begrenzt oder nur einen Faktor nimmt, warum es zum Aussterben kam, meist aber nicht das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

So wird in dem Artikel beispielsweise nicht erwähnt, was (alles) zum Aussterben vor 7.000 - 5.000  beigetragen  habe. Genauso vor 2.000 Jahren während des Römischen Reiches. Man bekommt den Eindruck, daß vermittelt werden soll, daß die Klimaerwärmung daran Schuld sei. Hier werden aber mehrere Faktoren außer Acht gelassen.
Natürlich kann die Erwärmung vor 7.000 - 5.000 Jahren auch eine Rolle gespielt haben, es könnte aber auch eine Krankheit gewewsen sein, die zur Reduktion der Population beigetragen habe. Dazu müßte der Vergleich mit anderen Spezies hergezogen werden. Die Reduktion der Population vor 2.000 Jahren während des Römischen Reiches, hat aber weniger mit der Klimaerwärmung zu tun, als mit der Nutzung von Wildtieren für die römischen Tierkämpfe. Wildtiere wurden gerne verwendet um Sklaven zu töten oder gegeneinander antreten zu lassen. Dies wurde als Grund für das Verschwinden des europäischen Löwen angeführt. Wenn im selben Zeitraum auch der Braunbär stark dezimiert wurde, hat das vielleicht eher mit dem Menschen als mit dem Klima zu tun.

Ein letzter Punkt ist, daß bekannt ist, daß wenn der Winter zu warm ist, Bären aus ihrem Winterschlaf erwachen und auf Nahrungssuche gehen. Es ist aber auch bekannt, daß Bären den Winterschlaf nicht überleben, wenn sie zu wenig Energiereserven für diesen gesammelt haben, weshalb auch immer wieder Jungtiere den ersten Winter nicht überleben. Wenn der Winter hart ist, sollte man also meinen, werden die Energiereserven für den Winterschlaf verbraucht. Was aber zu den Aussagen in diesem Artikel komplett widersprüchlich ist.
Zudem wird am Ende erwähnt, daß es heute nur mehr vereinzelt Braunbär-Populationen in Europa gibt. Ein Problem ist aber auch, daß wenn Braunbären versuchen wieder in andere Gebiete einzuwandern, wie es im Süden Österreichs manchmal der Fall ist, diese Wilderern zum Opfer fallen und eine Neuansiedlung jeglicher Art von Raubtieren (Luchse,Wölfe Bären) von Bauern ungern gesehen wird, weil diese um ihre Herden fürchten.

Sollte das sich erwärmende Klima bis vor der kleinen Eiszeit, wo es damals bekanntlich noch wärmer war als heute, wirklich eine Rolle gespielt haben sollte, sollte in den Forschungsergebnissen aber auch andere Faktoren miteinbezogen werden. Denn ein Grund allein, ist niemals die komplette Begründung.



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