Mammut-Klone - Sollen oder nicht sollen?

Anschließend zu meinem Blog-Eintrag von letzter Woche, geht es in diesem Blog-Eintrag wieder um das Klonen von Mammuts. Interessanterweise konnte ich den Beitrag für den heutigen Blog-Eintrag auf der selben Seite finden, wie den von letzter Woche: auf futurezone.at. Der Beitrag stammt vom 24.07.2017.

Der Beitrag beginnt damit, daß viele Forscher an dem Klonen von Mammuts arbeitetn und daß das vollständige Mammut-Genom nun sequenziert werden konnte. Man ist sich einig, daß man Dinosaurier, wie in Jurassic Parc, niemals 'zurückbringen' könnte, bei Mammuts allerdings sieht die Sache anders aus. Es konnte das Genom zweier Wollhaarmammuts sequenziert werden. Es stellt sich jedoch die Frage, nicht ob man kann, sondern ob man soll, meint etwa Hendrik Poinar, der in München promoviert hatte, am Max-Planck-Institut in Leipzig tätig und arbeitete zuletzt (2006) an der McMaster University in Hamilton (Ontario), Kanada. Andere Forscher, wie etwa aus Südkorea würden hingegen tatsächlich versuchen, das Mammut wieder zu erwecken. Viele Forscher, die das Genom sequenziert haben, haben jedoch ethnische Bedenken.
Die Forscher um Hendrik Poinar berichten, sie haben Knochen und Zähne als Quelle verwendet um die DNS extrahieren zu können. Zudem lobt Poinar neue Sequenzierungs-Maschinen, die mit sehr kurzen DNA-Abschnitten sehr kostengünstig arbeiten können.

Die zwei erstellten Mammut-Genome stammen vom Alter her sehr unterschiedlichen Tieren. Das eine tier starb vor etwa 45.000 Jahren, das andere ist ein 4.000 Jahre alter Kadaver eines Zwergmammuts der Wrangelinsel. So zeigt sich, daß die Population auf der Wragelinsel so klein war, daß es zu Inzucht kam, was als möglicher Faktor für das Aussterben der Population gewertet wird.
Aus der DNS läßt sich auch ablesen, daß das Mammut vor 300.000 Jahren eine Art 'Flaschenhals' erlebt hat. Da das Mammut ein äußerst robustes Tier war, daß nicht nur durch den Klimawandel ausstarb, wollen Forscher die Forscher rund um Poinar weitere individuelle Genome sequenzieren, um zu sehen, ob sie weitere Informationen über die Entwicklung der Mammuts extrahieren können.

Für das Klonen müßte die DNS in eine Wirtszelle eingepflanzt werden, wofür sich der Asiatische Elefant anbieten würde, dessen DNS auch bei der Sequenzierung als Korrektiv verwendet wurde. Mammuts und Asiatische elefanten sind nahe verwandt, unterscheiden sich in den Genomen zwar in einigen Millionen Basen, aber die meisten davon liegen in Regionen, die nicht für Proteine codieren. Aus den 'mammutisierten' Stammzellen müßte dann ein Embryo in die Gebärmutter eine Elefanten-Leihmutter eingepflanzt. Technisch gilt das Ganze als sehr aufwendig, da das Erstellen eines tatsächlich in der Praxis verwendbaren Genoms wäre schwierig wäre, weil das Zusammensetzen der Stücke kompliziert ist. Zudem gibt es noch Verunreinigungen durch Bakterien, so Poinar.
Zudem würde sich die Frage stellen, als was das Tier gelten würde, da es sich dabei um kein reines Mammut sondern um einen Hybriden aus einem Mammut und einem Asiatischen Elefanten handeln würde. Allerdings sagt Poinar auch, daß die meisten Tiere Hybride sind und nur der Mensch von ""Rasse" oder "Reinheit" besessen" ist, "Tiere nicht".
Zuletzt müßten praktische Probleme ausgeräumt werden. So wird argumentiert, daß es unethisch wäre ein Mammut zurückzuholen, da seine Umwelt nicht mehr existiere, es viele aktuell vom Aussterben bedrohte Arten gäbe, denen man eher die Aufmerksamkeit schenken solle, sowie eventuelle Schäden für die Elefanten-Leihmutter sind ein Argument gegen das Klonen.



Theoretisch könnte man angeblich Mammuts bereits klonen


Mein Fazit:

Anders als der Artikel der letzte Woche sagt dieser Artikel viel mehr über das Klonen von Mammuts aus, was auch daran liegen könnte daß der Interviewte, Hendrik Poinar, viel mehr Einblick in die Arbeit von ihm undder Forscher um ihn. So erwähnt er z.B. welche zwei Mammut-DNS sie sequenzieren konnten, und welche Verfahren eventuell nötig wären um ein Mammut zu klonen.

Für mich ist die Frage der Ethik in diesem Zusammenhang etwas schwammig. Denn ob das wirklich der Grund sei, warum einige ausgestorbene Tiere nicht durchs Klonen bereits 'wieder erweckt' wurden? So gab es bereits schon Hoffnungen den Tasmanischen Beutelwolf wieder erwecken zu können, weil man hoffte genug DNS sequenzieren zu können, um diese in der Gebärmutter eines Tasmanischen Teufels zu pflanzen. Dies wurde verworfen, vermutlich weil sich nicht genug DNS sequenzieren ließ. Hier scheiterete es eher am Mangel an DNS als an der Ethik.
Auch gab es schon mal den Vorschlag Kamele wieder in Nordamerika anzusiedeln, da dessen Vorfahren eben dort lebten. So viel zu dem Thema, daß die Lebensräume der entsprechenden Tiere nicht mehr existieren, wenn von Menschenhand ein Tier plötzlich an einem Ort ansiedelt, wo es bereits ausgestorben ist. In Österreich wurde dies allerdings auch bei Bären und Luchsen gemacht. Bei Luchsen war es erfolgreich, die Bären fielen wohl zuhauf Wilderern zum Opfer.
Und wenn es schon um Ethik geht, könnte man dies weiterspannen bezüglich Stammzellen-Forschung mit Menschen, wo die Embryonen abgetötet werden, oder mit Chymären, Embryonen aus Mensch & Tier, die wegen Unfähigkeit zu Überleben von selbst absterben.

Warum ich sage, daß der Begriff hier schwammig verwendet wird ist nicht nur wegen der eben genannten Beispiele. Auch sagt Poiner, nur der Mensch sei von ""Rasse" oder "Reinheit" besessen, Tiere nicht". Gleichzeitig sagt er, sie haben ethnische Bedenken, ob das Klonen eines Mammuts richtig sei. Auch weil viele der Forscher nicht wollen, daß ihre Arbeit für das Klonene von Mammuts verwendet wird. Das könnte hier genau so als Konkurrenzkampf ausgelegt werden, wenn Andere Teile der Arbeit der Forscher entnehmen um so ein Mammut endlich klonen zu können.



Verwendete Links:

Klonen von Mammuts: “Wir können. Frage ist, ob wir sollen”

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