Archeopteryx - Flugversuche

Diesmal blogge ich über einen Artikel aus der Presse, der in der Print-Ausgabe am 14.03.2018 erschienen war. Es behandelt einen Artikel, in dem geschildert wird, daß der Archaeopteryx zumindest ein wenig fliegen konnte.

1861 fand man in den Solnhofer Plattenkalken in Bayern den ersten Archaeopteryx. Dieser lebte vor 147 Millionen Jahre. Es war taubengroß, das noch keinen Schnabel aus Horn hatte, sondern einen knöchernen Kiefer mit Zähnen – in der Region, die damals eine Lagune mit vorgelagerten Inseln war. Viele der heutigen 9 Skelett-Funde wurden dort gefunden.

Der Archaeopteryx wurde als Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln angesehen, als sogenanntes "missing link" , ein Bestätigung Darwins Übergangsformen in der Evolution. Richard Owen, ein Darwin-Gegner, kaufte den Fund von 1861 und hielt ihn im British Museum unter Verschluss, was aber nicht lange anhielt. Die Forscher waren der Meinung, er muss flugfähig gewesen sein, sonst wäre er nicht auf die Inseln gelangt.

Die Anchiornithiden, Ahnen des Archaeopteryx, die sich viel später in China fanden, waren noch 'zu Fuß' unterwegs. Auch bei Archaeopteryx wurde lange darüber gestritten, ob er sich in die Lüfte erheben konnte oder von erstiegenen Bäumen herab, wie ein Flughörnchen. Denn er hatte zwar gefiederte Schwingen, konnte sie aber nicht bewegen wie heutige Vögel: Die dazu nötigen Schultergelenke fehlten ihm noch.


Aber für das Fliegen optimierte Schwingenknochen hatte er schon, das zeigt eine Mikrotomografie am Synchroton in Grenoble. Dennis Voeten (Grenoble) beschreibt, daß sie sofort bemerkt hatten, daß die Knochenwände dünner sind als bei erdgebundenen Dinosauriern und ganz so aussahen wie konventionelle Vogelknochen. "Ganz früh hatten sie Knochen wie Saurier, später waren die an die Lüfte angepasst, leicht gebaut und doch stabil" beschreibt er im Nature Communications vom 13.03.2018. Der Urvogel konnte also fliegen, er muss nur die Flügel anders bewegt haben als heutige Vögel, und weit gekommen ist er nicht: Voeten vergleicht ihn mit Fasanen, die über kurze Distanzen in die Lüfte können, etwa zum Flüchten.


 
Ein Skelett des  Archaeopteryx
Bild: Reuters
Mein Fazit:

Seit jeher war der Archaeopteryx ein Streitpunkt. Zunächst einmal, ob er das Bindeglied zwischen Dinosauriern und Vögeln sei, weil er von beiden Taxon Elemente besitzt. Dann wurde darüber gestritten, ob es überhaupt ein Vorfahr der heutigen Vögel sei, weil darüber gestritten wurde, ob er überhaupt fliegen konnte.

Fakt ist, daß es keine "missing links" gibt, da die Evolution stetig und über lange Zeit vorangeht. Gefundene "Zwischenformen" erscheinen damit als "missing link". Eine Frage, die man sich aber dennoch stellte, ist ob der Archaeopteryx fliegen konnte, oder nicht.
 
Jetzt wurde mittels Synchroton in Grenoble, mit dem man Mikrotomografie durchführen kann, eine Knochenanalyse durchgeführt. Damit wurde der Knochenaufbau untersucht um eine Theorie aufstellen zu können. Da die die Region der Solnhofer Plattenkalken in Bayern damals eine Lagune mit vorgelagerten Inseln war, vermutet man, daß der Archaeopteryx zumindest kurze Strecken fliegen bzw. flattern konnte, ähnlich einem Fasan. Andernfalls wäre es womöglich nicht möglich gewesen, die Inseln zu erreichen.

Dies könnte für den Archaeopteryx stimmen, aber wenn man an den Struthiosaurus austriacus, ein Dinosaurier, der den Ankylosauriern angehört, ist das einzige Exemplar, das in Österreich existiert. In Muthmannsdorf, wo dieser Dinosaurier gefunden wurde, scheint eine Insel gewesen zu sein, da Österreich in der Kreidezeit, in der er lebte, damals von Wasser umgeben war. Und da stellt sich die Frage, wie dieser Dinosaurier auf die Insel kam, da diese Art nicht fliegen konnte. Auch wenn sein Name, damals fälschlicherweise benannt, "Straußensaurier" ist. Archaeopteryx hingegen bedeutet einfach nur: „archeios“ = alt & „pteryx“ = Flügel.


Verwendete Links:

Kommentare

Beliebte Posts