Rückkehr in das Steinzeit-Atelier

Diesmal ein etwas älterer Beitrag, vom 11.04.2016 auf science.orf.at. Dabei geht es um die Höhlenmalereien aus der Chauvet-Höhle in Frankreich. Laut Artikel wurde die Chauvet-Höhle vom Menschen zweimal besiedelt. Der Artikel auf science.orf.at basiert auf einem Artikel, der im PNAS erschienen ist.

Der Artikel beginnt damit, daß die Höhle 1994 von "Hobbyforschern" gefunden wurde und über 1000 Wandmalereien, meistens von Tieren beinhalte - von einem mit dem Finger in feuchten Untergrund geschabten Uhu bis hin zu einem zwölf Meter breiten Panorama mit Pferden, Löwen und Nashörnern. Die Höhle gehört auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wissenschaftler hatten die Besiedelung der Höhle anhand von Holzkohleresten, Malereien, Kohle-Spuren an den Wänden sowie Bärenknochen rekonstruiert. Der Höhlenbär benutzte die m Zeitraum von vor 48.500 bis vor 33.00. Dieser Zeitraum überschneidet ich teilweise mit jener, in der auch der Mensch die Höhle besiedelte: 37.000 bis etwa 33.500 Jahre. Dann gab es  eine Phase, in der die Höhle offenbar verlassen wurde und erst wieder vor 31.000 besiedelt wurde, wo der Mensch weitere 2000 bis 3000 blieb.

Jüngere menschliche Spuren gibt es nicht, was zu einem Befund passt, der besagt, daß der Eingang zur Höhle vor 29.400 Jahren aufgrund eines Steinschlages  teilweise verschlossen wurde. Zwei weitere Steinschläge zwischen vor 23.500 bis 21.500 Jahren riegelten den Zugang endgültig ab, bevor sie 1994 "wiederentdeckt" wurde.

Die Chuavet-Höhle ist 8.500 Quadratmeter groß und für einige Wissenschaftler zugängig. In der Nähe wurde aber ein 55 Millionen Euro teurer Nachbau eröffnet, in dem Touristen aufwendige Kopien der Malereien besichtigen können.



Die Höhlenbären aus der "Grotte Chauvet"


Mein Fazit:

Mir war dieser Artikel bisher unbekannt. Zwar ist der Abschnitt über die Rekonstruktion der Höhle nichts Neues, viele Höhlen mit Wandmalereien wurden für Touristen nachgebaut, damit die Originale keinen zu großen Schaden nehmen, jedoch ist die "Doppelbesiedlung" für mich neu.

Eine Sache die ich vermisse, was leider  auch im Abstract, der Zusammenfassung, im PNAS nicht hervorkommt, ist mit welchen Methoden die Datierungen vorgenommen worden sind und wie groß die Schwankungsbreite dieser Datierungen ist. Dies erfährt man erst, wenn man den kompletten Artikel im PNAS liest.

 
Verwendete Links:

Rückkehr in das Steinzeit-Atelier

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