Der 'moderne' Tyrannosaurus rex

Diesmal blogge ich über die "moderne" Sichtweise auf den Tyrannosaurus rex. Der verwendete Beitrag stammt vom 09.11.2017 von National Geographics.

Der Tyrannosaurus ist einer der bekanntesten und beliebtesten Dinosaurier. Die bekannteste Version ist jene aus Jurassic Park. In den letzten 24 Jahren hat sich die Sichtweise aber doch etwas verändert.

2012 fanden Forscher heraus, daß das Gebiss eines Tyrannosaurus rex eine Beißkraft von etwa 5.800 kg hatte – die stärkste geschätzte Beißkraft, die je ein Landraubtier hatte. Bedenkt man den Schaden, der durch einen T.-rex-Biss mit voller Kraft entstehen würde, geht der Dinosaurier in „Jurassic Park“ geradezu zärtlich mit seiner Beute um. Zudem hatte der T. rex wohl eine Schritt-für-Schritt-Methode um den Kopf eines Triceratops abzutrennen. Zahnspuren an Triceratops-Schädeln lassen auf diese Vorgehensweise schließen.

Der T. rex konnte allerdings nicht nur Aas fressen sondern war auch eni Jäger. Hilfreich für die Jagd war nicht nur die Beißkraft sondern auch die Nackenmuskulatur. Er hätte ein 50 kg schweres Fleischstück viereinhalb Meter in die Luft werfen und es wieder auffangen können. Diese furchterregende Fähigkeit wird auch als „Intertial Feeding“ (wörtlich: Trägheitsfressen) bezeichnet.

Bei Kämpfen zwischen Individuen konnte man nachweisen, daß sie sich gegenseitig ins Gesicht bissen. Bei einem weiblichen, jugendlichen Tyrannosaurier, der Jane genannt wurde, waren diese Beißspuren zu sehen. Der Artikel scherzt sogar darüber, daß Armdrücken wohl nicht in Frage kam, obwohl die kleinen Arme des T. rex für ihre Größe stark und muskelbepackt waren.

Die Unterkiefer vieler Tyrannosaurier sind von glattrandigen Löchern durchzogen. Lange dachten Forscher, daß dies Bißspuren von Rivalen sei. 2009 fanden Forscher heraus, daß diese Verletzungen durch winzige Mikroorganismen verursacht würden. Bei heutigen Raubvögeln ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Die Urtierchen befallen den oberen Verdauungstrakt der Vögel und verursachen Geschwüre und Läsionen, bevor sie sich schließlich in den Knochen bohren. Die gefiederten Raubvögel fangen sich die kleinen Anhalter ein, wenn sie infizierte Tauben fressen.

Dadurch, daß sich Tyrannosaurier gegeseitig ins Gesicht bissen, wird das als eine der möglichen Infektionswege angesehen. Dank Knochen mit Zahnschäden wissen die Wissenschaftler auch, dass Tyrannosaurier sich gegenseitig gefressen haben. Dies könnte eine weitere Möglichkeit gewesen sein, sich gegenseitig anzustecken.

Die Forscher beschäftigten sich zudem mit der Geschwindigkeit, mit der ein Tyrannosaurus rex laufen konnte. Im Film "Jurassic Park" ist eine der bekanntesten Szenen jene, wo der der T. rex den Jeep jagt. Wirkt es, als würde der Jeep 65 km/h oder mehr fahren, scheinen sich die Bewegungen des Dinosauriers – der immer einen Fuß auf dem Boden hat – mehr im Bereich von etwa 15 bis 25 km/h zu bewegen. Dies stimmt mit dem überein, was man über ein T. rex - Skelett errechnen kann. Nach Berechnungen der Forscher ging ein T. rex mit einer Geschwindigkeit von etwa 10 km/h und lief mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 40 km/h.

Auch eine neue Erkenntnis ist laut der Forscher die Tatsache, daß der Tyrannosaurus rex in gewisser Form 'gefiedert' war. Die Forscher fanden zwei Tyrannosaurier mit Dinosaurierflaum. Als Wissenschaftler die Lücken in der langen Geschichte des Dinosauriers zu füllen begannen, stellten sie fest, dass die frühesten Tyrannosaurier aus dem Jura „kleine, flinke und flaumige“ Gesellen waren, „überhaupt nicht wie der gewaltige T. rex aus ‚Jurassic Park‘.

Dennoch sind die Forscher der Meinung, daß andere Aspekte des T. rex im Film ein ziemlich hohes, aber angemessenes Maß an Großartigkeit verliehen. Das Verhaltensrepertoire des Dinosauriers, das im Film zu sehen ist, zeigt „Brutpflege, Jagd im Familienverband, Fressen durch Punktierung und Reißen sowie Beutejagd im schnellen Laufschritt.“ Was man auf der Leinwand gesehen hat, „unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem Tyrannosaurus-Verhalten, das wir heute interpretieren würden.“ sagten die Forscher.



Skelett eines Tyrannosaurus rex
in ähnlicher Darstellung wie das Logo von 'Jurassic Park'

Bild: Louie Psihoyos, Corbis

 
Mein Fazit:

Der Artikel behandelt sehr viele Punkte, in wie weit sich die Ansichten und das Wissen über den Tyrannosaurus rex in den letzten 24 Jahren verändert hat, seit der Darstellung des T. rex in 'Jurassic Park'.

Ein Punkt behandelt, wie der T. rex wohl mit Beute verfahren wäre, so würde er seine Beute in die Luft schleudern, anders als wie es der T. rex im Film machte, wo er den Anwalt den er fraß von Seite zu Seite schleuderte, wie es Hunde machen. Die Frage ist jedoch, nur weil er es hätte machen können, hat er es auch gemacht. Denn aus meiner Sicht macht es für einen Beutegreifer, der seine Beute vermutlich gegen andere Rivalen oder Raubtiere verteidigen muß, nicht die Zeit hat mit seiner Beute auf diese Weise zu spielen.
Die Erwähnung mit der Fressweise mit Triceratops klingt allerdings recht plausibel. So sah ich einmal im Fernsehen, wie Forscher ein Loch im Becken eines Triceratops ausfüllten um zu sehen, welchem Dinosaurier der Angreifer zuzuordnen sein könnte. Es stellte sich als T. rex - Zahn heraus, der Forscher zeigte einen echten T. rex - Zahn zum Vergleich mit dem Abguß. Der Forscher schloß daraus, daß der T. rex mit Tricertops gekämpft und sie auch erlegt haben dürfte. Natürlich könnte man argumentieren, der T. rex hätte einfach nur Aas gefressen, und er hätte vielleicht sogar die im Artikel beschriebene Schritt-für-Schritt - Methode dabei verwendet, um den Triceratops zu zerlegen. Nur warum ausgerechnet in das Becken beißen, wenn nicht um die Beute Bewegungsunfähig zu machen?

Daß der T. rex nur ein Aasfresser war, war für eine Zeit lang auch ein Diskussionsthema. Dies bringt mich zum einem weiteren Punkt, wo der reale T. rex mit jenem aus dem Film verglichen wurde: die Laufgeschwindigkeit des T. rex. Diese ist laut den Forschern sogar recht realistisch dargestellt, da der Dinosaurier wahrscheinlich wirklich so schnell lief, wie man es im Film vermuten kann.
Eine Zeit lang meinten Forscher, der T. rex war viel zu langsam, um Beute schnell hätte jagen zu können. Im Artikel wird beschrieben, der T. rex hatte eine Gehgeschwindigkeit von 10 km/h und eine Laufgeschwindigkeit die zwischen 25 bis 40 km/h lag.
Eine weitere Theorie hierzu ist, daß junge T. rex anders aussehen als die erwachsenen Tiere. Die Jiungtiere hätten viel schneller laufen können als die erwachsenen Tiere. Nachdem man erkannte, daß die Raubtiere sehr wohl im Rudel jagten, erst nachdem man einen großen Familienband gefunden hatte, und keine Einzeljäger waren, wie man es bis dahin immer vermutet hatte, wurde die Theorie aufgestellt, daß die Jagd im Familienverband mit jenem von Löwen vergleichbar sei. Löwinnen sind leichter als die Männchen und können die Beute besser hetzen. Die Forscher meinten damals, männliche Löwen würden sich auch an der Jagd beteiligen, in dem die Löwinnen die Beute in Richtung des Männchens / der Männchen treiben würden, und dieses / diese dann angreifen würden. Sie könnten wegen ihrer Schwere nicht so schnell laufen, wie die Weibchen, können aber mit ihrer Kraft die Beute schnell nierderringen.
Daher vermuteten die Forscher ein ähnliches Zusammenspiel zwischen Jungtieren, die die Beute jagten, und erwachsenen Tieren, die die Beute niederrangen. Denn bisher meinte man, daß der T. rex keine zu großen Saurier jagen konnte. Mit der Jagd im Familienverband konnten sie auch größere Tiere jagen. Wie es viele Rudel auch heute machen.

Ein Punkt, der im Artikel leider zu kurz kam, war das angesprochene 'Gefieder' bzw. der Flaum. Es wurde nur erähnt, daß zwei Exemplare gefunden wurden, die das gehabt haben, bereits im Jura, aber genauer wurde auf den Punkt leider nicht eingegangen. Der T. rex im Film wurde noch ohne Gefieder / Flaum dargestellt. Das war zum Zeitpunktes des Films nicht bekannt, daß der T. rex dies gehabt haben solle. Beim Velociraptor im Film war es dasselbe. Dieser wurde auch ohne Gefieder dargestellt. Hier ist allerdings seit einige Zeit bekannt, daß der Velociraptor Federn hatte, und nicht nur Flaum.

Was das Gefieder / den Flaum des T. rex angeht: auch wenn in diesem Artikel nicht sehr darauf eingegangen wurde, so gibt es einen Artikel in National Geographics, der dies zum Thema hat. Über diesen werde ich nächste Woche bloggen.


Verwendete Links:

Hatte der echte T. rex Ähnlichkeit mit dem aus „Jurassic Park“?

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