Gefiederte Tyrannosaurier

Wie letzte Woche angekündigt, blogge ich heute über das mögliche Gefieder bzw. den möglichen Flaum, den man beim Tyrannosaurus rex vermutet. Der Artikel stammt auch hier, wie der von letzter Woche, vom 09.11.2017 von National Geographics.

Über den Sensationsfund über den ältesten Homo sapiens außerhalb von Afrika, über den in dieser Woche berichtet wurde, blogge ich dafür nächste Woche.

Scott Persons, ein Paläontologe an der Universität von Alberta wollte herausfinden, ob die Haut eines Tyrannosaurus rex sich eher wie ein Panzer eiens Alligatoren oder doch eher wie das weiche Gefieder eines Straußes. Jedoch gibt es bisher keinen direkten Beweis dafür, dass T. rex Federn hatte.

In „Biology Letters“ veröffentlichten Persons und seine Kollegen die neuen Hautabdrücke von einem Tyrannosaurus-rex-Fossil, das die Forscher untersucht hatten, das in der Nähe von Baker, Montana gefunden wurde. Dabei verglichen sie die Proben mit anderen Fossilien der Tyrannosaurus-Gattung, darunter Albertosaurus, Daspletosaurus, Gorgosaurus und Tarbosaurus.

Das Team entdeckte ein Muster über alle Tyrannosaurus-Verwandten hinweg: Sie alle hatten Haut, die von kleinen, kieselsteinartigen Schuppen strukturiert wurde – aber kein flaumiges Gefieder. Da die Forscher vielfach diese Stückchen erhaltener Tyrannosaurus-Haut von verschiedenen Körperregionen gefunden hatten, scheint es für sie ziemlich deutlich, daß der T. rex nicht mit Federn bedeckt war. Allerdings soll das nicht heißen, daß er komplett federlos war. Wenn er Federn hatte, dann waren sie vermutlich dünn gesät. Laut Persons deuten unsere besten Belege nun darauf hin, dass die großen Raubtiere „von den traditionellen Reptilschuppen bedeckt waren.“

Die Forscher sagen aber auch, daß es möglich ist, daß das schuppige Aussehen eher die Ausnahme, als die regel war, da es genügend Beweise dafür gibt, dass frühe Tyrannosaurier Federn hatten – auch wenn das deutlich primitivere Strukturen waren als bei heutigen Vögeln.

Da stellt sich dann natürlich die Frage: Warum sollten sich bei früheren Arten Feder ausbilden und spätere diese wieder verlieren? Hier glauben die forscher, daß dies mit der Körpergröße und mit der Körpertemperatur in Zusammenhang steht. Wissenschaftler glauben, dass größere Tryannosaurus-Arten lange Beine ausgebildet haben, um ihre Beute zu jagen. Es könnte sein, dass Federn hinderlich dabei waren, den Körper nach einem Sprint wieder herunterzukühlen. Ein ähnliches Phänomen ist bei heutigen Landsäugetieren zu beobachten: "Elefanten, Nashörner, Flusspferde und Kaffernbüffel sind die zwar nicht haarlos, aber haben eben sehr wenig Fell", sagt Persons.

Auch andere Paläontologen stimmen mit dieser Hypothese überein. So sagt Julia Clarke, eine Paläontologin von der Universität von Texas in Austin: „Dass ihr [das, der Tyrannosaurier] Fell oder Federkleid weniger dicht sein würde, hat man vorhergesagt.“ und dass in den größten Vertretern der Tyrannosaurus-Gattung die kahlen Stellen vermutlich auch größer sein würden. „Diese Ergebnisse sind also durchaus sehr sinnvoll.“
Luis Chiappe, der Direktor des Dinosaurierinstituts am Naturkundemuseums von Los Angeles Country, findet die Arbeit ziemlich überzeugend und faszinierend. „Das sagt uns, dass die Evolution von Federn deutlich komplexer war, als man angenommen hatte. Und das ist auch nicht überraschend. Die Evolution komplexer Strukturen neigt dazu, komplex zu sein!“

Es gibt aber auch Widersprüche für diese Theorie. China ist bekannt für seine Dinosaurierfunde, da immer wieder Funde mit Gefieder dabei sind. So gibt es auch eine Art, die den Namen Yutyrannus oder „gefiederter Tyrann“ trägt. Dieser Tyrannosaurus hatte federartige Filamenten, die an die 20 cm lang waren und den Großteil seines Körpers bedeckten. Und obwohl Yutyrannus kleiner als T. rex war, entsprach die Größe des frühen Tyrannosaurus ungefähr der von Albertosaurus und Gorgosaurus, die beide schuppig waren. Das bedeutet also, dass nicht allein die Größe ausschlaggebend für den Verlust von Federn war.

Es ist daher schwer zu sagen, warum einige Tyrannosaurier-Arten Federn hatte und andere widerrum nicht. Aber auch hier bieten Persons und seine Co-Autoren eine mögliche Erklärung an: laut Schätzungen waren beide Arten ähnlichen Durchschnittstemperaturen ausgesetzt, jedoch könnte Yutyrannus ein Waldbewohner gewesen sein. In einer Welt voller Schatten wäre es einfacher für ihn gewesen, sich wieder abzukühlen. Auch hier sind Vergleiche mit der heutigen Natur zu beobachten: Java-Nashörner und Asiatische Elefanten haben üblicherweise mehr Haare als ihre Verwandten aus der Savanne.

Es gibt aber auch, welche, die noch nicht so überzeugt sind. So auch Stephen Brusatte, Tyrannosaurus-Experte der Universität von Edinburgh.Ihn würde es nicht überraschen, wenn " einige dieser Dinosaurier, speziell die richtig großen, ihre Gefieder vermindert oder verloren hätten", aber die großen Tyrannosaurier wurden nicht in einem Milieu erhalten, in dem auch Weichteile, wie z.B. Federn erhalten bleiben konnten. Er meint, man solle die Vorstellung des flauschigen Tyrannosauriers  noch nicht verwerfen, und daß "einige der großen Tyrannosaurier flaumige Riesenvögel aus der Hölle waren".



Verteinerte Haut vom Hals eines Tyrannosaurus rex

Bild: Peter Larson


Mein Fazit:

Ob der T. rex gefiedert war oder nicht, kann auch in diesem Artikel nicht geklärt werden. Durch die Untersuchungen der meisten Regionen der verschiedenen Tyrannosaurier-Arten sind die meisten Forscher der Meinung, daß Tyrannosaurier größtenteils schuppig waren. Die Möglichkeit, daß aber einige Körperpartien doch gefiedert waren, schließen die Forscher nicht aus. Einige Forscher sind aber auch überzeugt, daß Tyrannosaurier flauschig gefiedert waren, und man das Kapitel noch nicht abschließen sollte.

Zur Zeit meines Magisterstudiums war dies auch bereits ein Thema, als ich einst eine Vorlesung über gefiederte Dinosaurier  & Vögel besuchte. Scherzhaft wurde damals gemeint, ein Hinweis, ob er es war oder nicht, könnte die Anatomie sein. Denn abgesehen von den kurzen Armen, sieht man sich den unteren Teil des Fusses eines T. rex an, dann sieht der aus, wie der eines Hendls / eines Huhns.


Verwendete Links:

So würde es sich anfühlen, einen T. rex zu streicheln

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