Die domestizierte Katze - Teil 2

Wie vor dem Jahreswechsel berichtet, ist hier der zweite Teil über die Domestizierung der Katze, als erster Blog-Eintrag im neuen Jahr. Der Beitrag stammt vom 2. November 2017 aus National Geographics.

In einer umfassenden Studie wurde darauf geschlossen, daß die Katze den Menschen bereits Jahrtausende begleitete, bevor sie noch domestiziert wurde. Anhand von DNS-Analysen konnte man feststellen, daß in dieser Zeit, sich die Gene von jenen der Wildkatzen nicht unterscheideten, außer einer neuen Innovation: punkte und Streifen der Tabby-Katzen.

Mehr als 200 Katzen aus den letzten 9.000 Jahren wurden untersucht. Dabei waren auch DNS-Proben von Katzen der römischen Antike, ägyptischer Katzenmumien und moderne afrikanischer Wildkatzen. Dabei haben laut Studie 2 Abstammungslinien zur heutigen domestizierten Katze geführt.

Forscher vermuten, daß die Katze sich vor ca. 4.400 Jahren v. Chr. vom Südwesten Asiens nach Europa ausgebreitet haben. Katzen hielten sich vermutlich vor 8.000 Jahren in der Nähe von landwirtschaftlichen Gemeinschaften im Fruchtbaren Halbmond der arabischen Halbinsel auf. Dort waren sie als Jäger von Nagetieren sehr geschätzt, da Mäuse und Ratten von den Getreideanlagen angelockt worden sind und Katzen sich daher immer wieder in die Nähe von menschlichen Siedlungen begaben. Katzen haben sich, laut den Forschern, also selbst domestiziert und nicht der Mensch die Katze.

Eine zweite Abstammungslinie afrikanischer Katzen, die in Ägypten dominierte, breitete sich ab etwa 1.500 v. Chr. in Richtung des Mittelmeers und der Alten Welt aus. Diese ägyptische Katze wies vermutlich Merkmale auf, die sie für Menschen attraktiv machte, zum Beispiel Geselligkeit und Zahmheit. Das Ergebnis lässt darauf schließen, dass die prähistorischen menschlichen Populationen vermutlich damit begannen, ihre Katzen auch auf alten Land- und Seewegen mit sich zu nehmen, um Nagetiere in Schach zu halten.

Da die Forscher die DNS von Katzen aus verschiedenen Epochen untersuchten, also auch bevor Menschen die Menschen Katzen mit auf reisen nahmen, konnten die Forscher die Veränderungen der Katzen rekonstruieren. Überraschend für die Forscher war, daß domestizierte und Wildkatzen sich genetisch sehr ähnlich waren und kaum voneinander unterschieden. Eiens der wenigen Merkmale, mit denen das möglich war ist unter anderem die Tabby-Fellzeichnung.

Die gefleckte und gestreifte Fellzeichnung begann im Mittelalter aufzutreten. Das "Tabby-Zeichnung-Gen" trat im Osmanischen Reich, im Südwesten Asiens auf, bevor es sich über Afrika und Europa verbreitete. Erst im 18. Jahrhundert war die Zeichnung auch so ausgeweitet, daß man sie domestizierten Katzen zuschreiben kann. Im 19. Jahrhundert begann der Mensch dann sogar mit ausgefallenen Züchtungen.

Laut den Forschern wurden Katzen zu gut domestizierten Gefähren der Menschen, ohne sich groß zu verändern. Denn domestizierte Karten sehen ihren "wilden" Verwandten ähnlich, sind aber weniger einzelgängerisch und tolereien neben dem Menschen sogar andere Katzen.

Damit unterscheiden sich Katzen auch vom ersten domestiziertem Tier: dem Hund. dieser wurde ausgewählt um bestimmte Aufgaben zu erüllen, was die verschiednene Rassen und Züchtungen erklärt. Dies war bei Katzen nie der Fall. katzen mussten nicht verändert werden, weil sie bereits perfekt waren.

„Wir entdecken Unglaubliches darüber, woher sie gekommen sind, wie weit sie sich verbreitet haben und welchen Einfluss sie auf die Menschheit hatten“, so die Forscher. „Ich glaube, dass weitere Studien dieser Art auch noch mehr über den Prozess der Domestikation offenbaren werden.“



Eine Frau in einem italienischen Renaissance - Gemälde hält eine gefleckte Katze.


Mein Fazit:

Über die DNS versuchen forscher meist die Entwicklung einer Tierart zu rekonstruieren. So auch bei der Katze. Besonderes Merkmal wurde hierbei auf eine bestimmte Fellzeichnung Wert gelegt, die durch ein spezielles Gen codiert ist. Diese Fellfärbung ist ein Merkmal von domestizierten Katzen, auch wenn sie sich sonst nicht von Wildkatzen unterscheiden läßt.
Warum es für die Forscher dieses Artikels eine Überraschung war, daß domestizierte und Wildkatzen sich genetisch kaum unterscheiden ist allerdings unklar. Katzen sind bekanntliche Freigänger. Auch heutzutage fällt es Forschern / Genetikern schwer zu sagen, ob es sich genetisch noch um "echte" Wildkatzen handelt, oder ob bei allen schon Einkreuzungen durch freigängige Hauskatzen vorhanden sind.
Aber die Begründung, daß es nicht so viele Rasse-Züchtungen von Katzen wie von Hunden gibt ist sehr schwammig. Bei Katzen kann man sagen, daß es 105 verschiedene Rassen gibt.
Bei Hunden ist die Zahl sehr schwankend, 100 bis 800, da es darauf ankommt, welche Merkmale als Rassemerkmal anerkannt wird, beziehungsweise was es alles braucht um als Rasse anerkannt zu werden. Mischlinge und Neuzüchtungen sind dabei gar nicht inkludiert. Natürlich gibt es mehr Hunde als Katzenarten, aber nicht weil die Katze so perfekt war. Ausgefallene Züchtungen der Katze verzeichnen die Forscher im 19. Jahrhundert. Im gleichen Jahrhundert trifft dies aber auch auf Hudne zu, wo es zu einer Zunahme an Haushundrassen kam. Und natürlich kam man die Funktionalität eines Dackels mit langem Rücken nicht mit jener der platten Nase einer Perserkatze vergleichen. Daß die tiere durch diese Überzüchtungen meist Probleme haben bewirkt bei einigen Menschen nur, daß sie deshalb mehr auf Mischlinge setzen. Zumindest was den Hund betrifft.

Was hier nicht berücksichtigt wird:
  1. Katzen schlossen sich wohl als eines der letzten Tiere dem Menschen an.
  2. Wild- und domestizierte Katzen ließen sich lange nicht unterscheiden, und das ist auch noch heute der Fall.
  3. Eine Zunahme an Züchtungen im 19. Jahrhundert trifft nicht nur auf die Katze sondern ebenso auf den Hund zu.
Daß es also mehr Hunde- als Katzenrassen gibt, liegt vielleicht daran, daß sie erstens sehr spät sich dem Menschan anschloß, es erst spät zu verschiednene Züchtungen kam und sie auch weiterhin genetisch eng verwandt mit ihren wildlebenden Verwandten ist. Und nicht einfach, weil der Mensch sie als "perfekt" ansah.  Daß die Pflege bei ihr anders ausfällt als bei einem Hund macht sie allerdings zu einem ausgezeichnetem Haustier.


Verwendete Links:

Katzen haben sich selbst domestiziert

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